Bund der Energieverbraucher warnt vor Konferenz-Euphorie

Bonner Energie-Konferenz

Laut Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher, sei "die Wende zu erneuerbaren Energien noch nicht geschafft - auch nicht durch die Bonner Konferenz." Die Forderung fast aller Konferenzteilnehmer nach fairen Wettbewerbschancen für erneuerbare Energien sei noch sehr weit von der Wirklichkeit entfernt, da weltweit mehr als 90 Prozent aller Investitionen, Subventionen und Forschungsmittel auf Öl, Gas, Kohle und Atomenergie entfallen würden. Obwohl die Konferenz diesen zentralen Fehler der derzeitigen Energiepolitik benannt hätte, wäre jedoch weder weltweit noch in Deutschland eine Verbesserung zu erkennen. Verbesserungsvorschläge würden laut Energieverbraucherbund "massiv behindert durch die Interessen der etablierten Energiewirtschaft". Auf der Tagung sei dieser Konflikt nicht thematisiert oder bearbeitet worden.

Einen nennenswerten Beitrag würden erneuerbare Energien derzeit weltweit nicht liefern, insbesondere im Vergleich zum rasch steigenden Energieverbrauch. Daran könne sich auch nichts ändern, wenn die Entwicklung wie bisher weitergehe. "Der von der Konferenz beschlossene Aktionsplan und die politische Erklärung gehen nur wenig über das "Business as usual" hinaus.", so der Energieverbraucherbund. Man könne keinesfalls von einem großen Durchbruch sprechen, obwohl die Konferenz die Notwendigkeit zu einer Kurskorrektur unübersehbar gemacht hätte.

In der Bundesrepublik, dem Land mit dem weltweit erfolgreichsten Programm zur Förderung erneuerbarer Energien, ist der Stromverbrauch in den vergangenen zwölf Jahren um mehr gewachsen, als die Windstromerzeugung ausmacht. Der Strom aus Photovoltaik stelle einen verschwindenden Anteil am Strombedarf dar. Und auch die Wärme aus der Sonne leistete derzeit keinen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung.

Bei sehr sparsamem Verbrauchsverhalten könne die Windenergie in Deutschland derzeit den Stromverbrauch aller Privathaushalte abdecken. Tatsächlich decke sie nur die Verluste durch unnütze Stand-By-Schaltungen ab. Effizienzerhöhungen seien weitaus wirtschaftlicher als die Nutzung erneuerbarer Energien. Die enge Beziehung zwischen effizienterer Energienutzung und erneuerbaren Energien seien von der Tagung weder systematisch thematisiert noch programmatisch umgesetzt worden, so der Energieverbraucherbund.