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Anteil an Windenergie steigt

Erneuerbare Energien

Die Stromerzeugung aus Windenergie in Deutschland nimmt weiter zu. Nach 2001 verbuchte die Branche 2002 ein weiteres Rekordjahr. Der so genannte potenzielle Jahresenergieertrag der Windkraftanlagen am deutschen Nettostromverbrauch erhöhte sich bis Ende 2002 auf nunmehr 4,7 Prozent, sagte Jens-Peter Molly, Geschäftsführer des Deutschen Windenergieinstituts. Die am Mittwoch in Berlin vorgelegte Bilanz weist aus, dass im Vorjahr bundesweit 2328 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 3247 Megawatt neu installiert wurden. Damit waren insgesamt 13 759 Anlagen mit einer Gesamtleistung von gut 12 000 Megawatt am Netz. Nach Angaben des Verbands der Elektrizitätswirtschaft deckte Windenergie 2001 nach endgültigen Zahlen gut 2,3 Prozent des gesamten Strombedarfs.

Alle gegenwärtig in Deutschland laufenden "Windräder" zur Stromerzeugung sind auf dem Festland stationiert. Nach Branchenangaben seien aber erst 50 bis 60 Prozent der potenziellen Standorte belegt. Bis 2010 könne die Sromproduktion aus diesen Anlagen auf rund 20 000 Megwatt steigen. Zugleich werde an effizienteren und leistungsfähigeren Anlagen gearbeitet. Die Rotorflächen würden größer und die Türme höher, so dass Standorte noch effizienter genutzt werden können. Auch Offshore-Windkraftanlagen befinden sich noch in der Entwicklung.

Erneuerbare Energien trugen 2001 etwa 7,5 Prozent zur Stromerzeugung in Deutschland bei. Weltweit belief sich die Windkraft-Leistung 2002 auf rund 30 000 Megawatt. Die Branche beschäftigt bundesweit und 40 000 Mitarbeiter.

Norbert Giese, Vorsitzender der Windbranche im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), bezifferte den Jahresumsatz der Branche auf rund 3,5 Milliarden Euro. Nach der Autoindustrie sei die Windkraftbranche der zweitgrößte Abnehmer von Stahl geworden. In einigen Landkreisen im Norden habe sich die Windenergie 2002 zum Wirtschaftsfaktor Nummer eins noch vor der Landwirtschaft und dem Tourismus entwickelt. Den größten Windstrom-Anteil im Vergleich der Bundesländer hat Schleswig-Holstein, wo die 2513 Windkraftanlagen inzwischen fast 29 Prozent des Nettostromverbrauchs decken. Niedersachsen bleibe mit 3626 Windkraftanlagen aber das Bundesland mit den meisten "Windrädern". Sie befriedigen dort etwa 14 Prozent des Nettostromverbrauchs.

Für die stürmische Entwicklung der Windbranche in Deutschland sorgten die günstigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Giese verwies auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die darüber hinaus gehenden Förderprogramme. In Deutschland gebe es für Bau und Betrieb eine Rechtssicherheit für 20 Jahre. Vertrauen im In- und Ausland schaffe auch der hohe Stand der Technik in diesem Bereich. Dies trage unter anderem dazu bei, dass rund ein Drittel der getätigten Investitionen aus Eigenkapital und zwei Drittel aus Krediten finanziert werde.

Vor einer kurzschlüssigen Kosten-Nutzen-Rechnung warnte Peter Ahmels vom Bundsverband Windenergie. Häufig werde mit der Diskussion Stimmung gegen die erneuerbaren Energien und damit die Windkraft gemacht. Langfristig sei es aber volkswirtschaftlich unverantwortlich und auch unbezahlbar, den Ökostrom nicht voran zu bringen. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien gehe es nicht um Mehrkosten, sondern um Mehrnutzen, sagte Ahmels. In die Berechnung müsse der Nutzen für das Klima und die Umwelt, die Verknappung der traditionellen Energiequellen, die Schubwirkung für andere Branchen und Arbeitsplätze sowie der notwendige Abbau der hohen Exportabhängigkeit einbezogen werden. Die aktuelle Verteuerung des Rohöls, die im Falle eines Irak-Krieges weiter in die Höhe schnellen dürfte, mache ein zentrales Problem deutlich.

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