Bundeskartellamt untersagt Fusion in der Rüstungsindustrie

Fusion RUAG/MEN

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der MEN Metallwerk Elisenhütte GmbH, Nassau/Lahn, durch die RUAG Deutschland GmbH, Fürth, untersagt. Das Zusammenschlussvorhaben hätte zu einer faktischen Alleinstellung der RUAG auf dem deutschen Markt für Kleinkalibermunition (Munition für Hand- und Faustfeuerwaffen) für behördliche und militärische Abnehmergruppen geführt.

RUAG Deutschland ist Teil des weltweit tätigen schweizerischen Rüstungskonzerns RUAG, der in den vergangenen Jahren mit der deutschen Dynamit Nobel und der schwedischen Norma Precision AB bereits zwei bedeutende europäische Anbieter von Kleinkalibermunition erworben hatte. In Deutschland beliefern RUAG sowie die zum MAN-Konzern gehörende MEN behördliche Nachfrager wie Polizei, Kriminalamt, Justiz, Verfassungsschutz und Zoll sowie die Bundeswehr mit kleinkalibriger Pistolen- und Gewehrmunition bis 12,7 mm.

RUAG hätte nach einer Übernahme der nach der Technischen Richtlinie vollzertifizierten und teilweise patentierten Produktpalette der MEN potentielle Wettbewerber noch wirkungsvoller abwehren können und damit seine allein marktbeherrschende Stellung verstärken.

Gegen die Entscheidung ist die Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf möglich. Der Text der Entscheidung ist in Kürze im Internet abrufbar.