Hungerstreik eines brasilianischen Bischofs

Rio Sao Francisco

Der Bischof der Diözese Barra im Nordosten Brasiliens, Fray Luis Flavio Cappio, der sich seit langem für Umweltprojekte in der Region engagiert, ist am 26. September in einen unbefristeten Hungerstreik getreten. Er möchte ein Großprojekt zu stoppen, das den Lauf des Flusses Sao Francisco umleiten soll. Die Baumaßnahmen sollen in Kürze beginnen. Kirchliche Gruppen in Brasilien, aber auch in Deutschland, unterstützen ihn in seinem Anliegen.

So erklärte der für die katholische Hilfsorganisation Misereor zuständige Erzbischof Werner Thissen in einer Pressemitteilung seine Solidarität mit Bischof Cappio.

Der Sao Fransisco sei im trockenen Nordosten Brasiliens einer der wenigen Flüsse, der das ganze Jahr über Wasser führe, und damit die einzige Lebensader für 12,8 Millionen Menschen.

"Seit Jahrzehnten ist die Wassermenge rückläufig. Staudämme und Wasserverschmutzung haben bereits die Lebensgrundlage von Hunderttausenden Kleinbauern zerstört. Dieses neue Milliardenprojekt dient wieder nur der Großindustrie und wird der ländlichen Bevölkerung gravierende Schäden zufügen," meint Thissen. Er wies darauf hin, dass Misereor in der dortigen Region einige Entwicklungshilfeprojekte unterstütze, die den Fluss revitalisieren sollen. Thissen forderte den brasilianischen Präsidenten Lula auf, seine Entscheidung zu revidieren, um das Leben der armen Bevölkerungsgruppen im Nordosten Brasiliens zu retten.

Die Kommission der Landpastorale, eine Organisation der brasilianischen Katholischen Kirche, wies in einer Presseerklärung darauf hin, dass Wasserexperten wie João Abner da Costa oder Aldo Rebouças alternative Projekte für ein ökologisch verträgliches Überleben in der trockenen Region ausgearbeitet hätten.

Bischof Cappio hat angekündigt, dass er seine Aktion so lange fortsetzen wird, bis das Projekt endgültig gestoppt ist.