Siebenpunkt-Marienkäfer ist Insekt des Jahres 2006

Nützling statt Pestizide

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist das Insekt des Jahres 2006. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Wolfgang Methling (PDS) zeichnete den schwarz-roten Glücksbringer am Montag in Berlin aus und übernahm die Schirmherrschaft. Mit dem Titel sollten auch die Vorzüge von Coccinella septempunctata als echtem Nützling bekannter gemacht werden, teilte das Kuratorium Insekt des Jahres mit. So könnten durch den gezielten Einsatz der gefräßigen Käferlarven, die täglich bis zu 150 Blattläuse vertilgen, der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft reduziert werden.

Die Auszeichnung als Insekt des Jahres soll auch mit einigen populären Missverständnissen aufräumen. "Weit verbreitet ist, dass die Zahl der Punkte etwas mit dem Alter des Käfers zu tun hätte", sagte der Kuratoriums-Vorsitzende und Leiter des Deutschen Entomologischen Instituts, Holger Dathe. Dabei bleibe die Zahl der Punkte auf den Flügeldecken während des höchstens ein Jahr währenden Lebens der kleinen Käfer gleich.

Der Siebenpunkt-Marienkäfer hat seit Jahrhunderten den Ruf als Glücksbote. Die Germanen betrachteten die Insekten als geheiligte Tiere von Freyja, der Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit. Im Mittelalter galten sie den Bauern als Geschenk der Mutter Gottes, die ihnen ihren Namen gab.

Das für Menschen so hübsche Aussehen der Käfer schützt diese wirkungsvoll gegen Fressfeinde. Vögel verschmähen das bitter schmeckende Tier und werden durch seine rote Warnfarbe abgeschreckt.

Die Familie der Marienkäfer umfasst weltweit rund 5500 Arten. In Deutschland sind bislang 80 Arten nachgewiesen.