Kritische Daimler-Aktionäre gegen Deal mit "Heuschrecke Cerberus"

"Weitere Massenentlassungen"

Die Kritischen Aktionäre DaimlerChrysler (KADC) wenden sich gegen den geplanten Verkauf von Chrysler für 5,5 Milliarden Euro an den Investor Cerberus. Sie favourisieren ein Alternativmodell, nach dem die die 80.000 Mitarbeiter von Chrysler in den USA das Unternehmen für 6,3 Milliarden Euro übernehmen wollen. Mit dem Verkauf von Chrysler "an die Heuschrecke Cerberus", so die Kritischen Aktionäre, würden "die Hoffnungen und das Alternativmodell von 80.000 Chrysler-Mitarbeitern in den USA mit Füßen getreten".

Mit Cerberus ist nach Auffassung der Kritischen Aktionärin Beate Winkler-Pedernera "der Weg zu weiteren Massenentlassungen und Werksschließungen vorgezeichnet". So sollen angeblich 30.000 Arbeitsplätze gestrichen, fünf Werke geschlossen und das Jeep-Werk in Toledo verkauft werden. Mittelfristig könnte Chrysler in den Bankrott geführt werden, um sich der verbleibenden Pensionslasten zu entledigen, vermutet sie.

Seit der Hauptversammlung im April 2007 sei Vorstand und Aufsichtsrat bekannt, so Winkler-Pedernera, dass die 80.000 Mitarbeiter in den USA selbst für ihr Unternehmen bieten wollten. Ziel der Mitarbeiter sei die Sicherung von Arbeitslätzen. "Mit dem Mitarbeiter-Modell könnte das Problem der Pensionslasten über Verzichtleistungen gelöst werden, zudem wäre das Modell durch Steuererleichterungen für die deutsche und die US-amerikanische Seite ein Gewinn", meint Winkler-Pedernera.

Die Kritischen Daimler-Aktionäre kritisieren, dass DaimlerChrysler "die Kommunikation mit dem Buyout Comittee der Chrysler-Mitarbeiter bislang verweigert" habe. "Selbst die Arbeitsnehmervertreter scheinen an einem Deal hinter verschlossenen Türen beteiligt zu sein", vermutet Winkler-Pedernera. "Denn auch sie haben keine Partei für das Modell der Gewerkschafter und Mitglieder ergriffen."

Dieses Vorgehen sei absolut unverständlich, da die Mitarbeiter verfügten "über enorme finanzielle Rückendeckung" verfügten und mit einem Gebot von bis zu 6,3 Milliarden Euro deutlich über die bisherige genannte Kaufsumme gehen könnten.

"Solange nicht alle Anbieter gleich behandet worden sind und im gleichen Umfang alle Einsicht in alle Unterlagen erhalten haben, bezweifeln wir Kritischen Aktionäre die Rechtmäßigkeit des Verkaufs", so Winkler-Pedernera. Man halte sich daher "sämtliche juristischen Mittel offen".