Putin verglich geplante US-Raketenabwehr mit Kuba-Krise

Atomkrieg

Beim Treffen mit EU-Vertretern hat Russlands Präsident Vladimir Putin den Konflikt um den geplanten US-Raketenschild mit der Kuba-Krise verglichen. Die Pläne der USA für eine Raketenabwehr in Europa würden eine Situation wie zu Zeiten der Kuba-Krise in den sechziger Jahren schaffen, so Putin. "Eine solche Bedrohung wird an unserer Grenze aufgebaut." "Ich will daran erinnern, wie sich die Beziehungen in einer ähnlichen Situation in der Mitte der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts entwickelt haben", sagte er. "Für uns ist die Situation technologisch sehr ähnlich." Die Kuba-Krise hatte die USA und die damalige Sowjetunion 1962 an den Rand eines Atomkrieges gebracht. US-Präsident George W. Bush hatte vor kurzem von einem Dritten Weltkrieg gesprochen.

Ein hochrangiger russischer Militär droht mit der Wiederaufnahme der Produktion von Kurz- und Mittelstreckenraketen. "Wir haben alles, was wir dafür brauchen", so der Kommandeur der Strategischen Streitkräfte Russlands, General Nikolai Solowtsow.

Die Spannungen zwischen Moskau und Washington haben in den vergangenen Monaten stetig zugenommen, weil die USA ihren Raketenschild auch auf dem Gebiet des ehemaligen Ostblocks - Polen und Tschechien - installieren wollen. Putin hatte daraufhin bereits mit einem Ausstieg aus einem zentralen Abrüstungsvertrag, dem sogenannten INF-Vertrag (Intermediate Range Nuclear Forces), gedroht.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Kritik an Putins Äußerungen. "Das ist kein glücklicher Vergleich", sagte Steinmeier der "Passauer Neuen Presse". Er gehöre nicht in die Sprache der heutigen internationalen Politik. "Wir sollten uns bemühen, Krisen zu verhindern und zu deeskalieren und sie nicht heraufbeschwören."