Bullerjahn rät Hessen-SPD zu Koalition mit Linkspartei

"Rumeierei" vor schwarz-grün in Hamburg

In der Debatte um eine mögliche rot-rot-grüne Zusammenarbeit in Hessen rät Sachsen-Anhalts stellvertretender Ministerpräsident Jens Bullerjahn (SPD) seinen Parteifreunden zu einer Koalition mit der Linkspartei. "Wenn man sie einbinden will, muss man es richtig tun", sagte das SPD-Vorstandsmitglied am Montag (1. September) im Deutschlandradio Kultur unter Verweis auf seine eigenen Erfahrungen mit einer Minderheitsregierung unter Tolerierung der PDS in Sachsen-Anhalt.

Ansonsten würde die Linke immer "ein bisschen zwischen Opposition und Regierungsbeteiligung hin- und herschwanken, das kann die Linke sehr gut", argumentierte Bullerjahn. Es sei ihm aber klar, dass dies für Westdeutschland der erste Fall einer solchen Zusammenarbeit sei. "Deswegen will man's nicht ganz machen, aber man muss um die Schwierigkeiten wissen", fügte er hinzu.

Bullerjahn kritisierte zugleich die heftige Diskussion über eine mögliche Tolerierung von Rot-Grün durch die Linkspartei in Hessen. Wenn man die Linke als eine normale Partei im demokratischen Spektrum ansehe, könne es eine solche Debatte nicht geben. "Kein Mensch kam auf die Idee, wegen Schwarz-Grün in Hamburg den Aufstand zu proben, wo es ja eine ähnliche Rumeierei vorher gab", sagte er.