Angeklagter im Kofferbomber-Prozess beteuert seine Unschuld

"Keinen Sauerstoff zugefügt"

Im Kofferbomber-Prozess vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) hat der Angeklagte am Dienstag (2. Dezember) in seinem Schlusswort erneut seine Unschuld beteuert. "Es war nicht meine Absicht, jemanden zu töten", sagte der Libanese Youssef el-Hajdib. "Ich habe keinen Versuch gemacht, jemanden zu töten." Das Urteil will der Strafsenat am 9. Dezember verkünden.

El-Hajdib betonte, dass er sich nach dem Tod seines Bruders im Libanon-Krieg von den Anschlagsplänen distanziert habe. Nach diesem Ereignis, das ihn tief getroffen habe, sei er zu der Erkenntnis gekommen, dass die Tötung von unschuldigen Menschen falsch sei. Deshalb habe er die Sprengsätze bewusst so gebaut, dass sie nicht hätten explodieren können. Er habe dem Gasgemisch der beiden Sprengsätze keinen Sauerstoff zugefügt.

Ende Oktober hatte die Bundesanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Aus Sicht der Anwälte haben el-Hajdib und sein Komplize Jihad Hamad keinen Anschlag mit den von ihnen im Sommer 2006 in zwei Regionalzügen deponierten Kofferbomben beabsichtigt.

Die Bundesanwaltschaft sieht es nach Abschluss der Beweisaufnahme in dem seit über elf Monaten dauernden Prozess als erwiesen an, dass el-Hajdib sich des versuchten mehrfachen Mordes und der versuchten Herbeiführung eines Sprengstoffanschlages schuldig gemacht hat. Zusammen mit dem im Libanon gefassten Hamad habe er mit den Kofferbomben zahlreiche Menschen töten wollen.