Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

Armutsbekämpfung Nachrichten

Aids-Konferenz - Armutsbekämpfung und Mädchen-Aufklärung sollen Epidemie eindämmen

Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids wird der Ruf nach internationaler Hilfe lauter. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) forderte am Montag auf der UN-Sondergeneralversammlung in New York eine Partnerschaft der internationalen Staatengemeinschaft im Kampf gegen Aids. Die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" wies darauf hin, die Armut als Hauptursache für die Ausbreitung der Krankheit nicht zu vernachlässigen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, hob hervor, dass in den Entwicklungsländern Mädchen und junge Frauen besonders von der Immunschwächekrankheit betroffen sind, aber auch der Schlüssel zur Bekämpfung des Problems sein könnten. Unterdessen warnte der Vorsitzende der Deutschen Aids-Gesellschaft, Norbert Brockmeyer, davor, die Gefahren der Krankheit in Deutschland zu unterschätzen.

Schmidt unterstrich die Verantwortung der Regierungen in den betroffenen und gefährdeten Länder. Diese Länder müssten sich zum Kampf gegen Aids bekennen. Dazu gehöre auch, Probleme offen zu legen und sie beim Namen zu nennen, fügte die Gesundheitsministerin hinzu. Es müssten mit den beteiligten Ländern die Voraussetzungen geschaffen werden, dass die internationalen Hilfen "auch sinnvoll zum Einsatz kommen".

Die Gesundheitsministerin fügte hinzu, sie hoffe sehr, dass die Verhandlungen über die Ausgestaltung des UN-Aids-Fonds zügig weitergeführt werden, damit dieser zum Beginn des nächsten Jahres seine Wirkung entfalten könne. Schmidt unterstrich aber: "Der Fonds kann sicherlich ein Beitrag zur Lösung der Probleme sein, er ist jedoch nicht die Lösung."

Die Direktorin der Hilfsorganisation "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug- Weitzel, begrüßte ebenfalls die Einrichtung des Fonds. Sie betonte jedoch zugleich: "So lange Bildung und die grundlegendste medizinische Versorgung in den Ländern der Dritten Welt als Luxus gelten, können wir nicht mit einer wirksamen Bekämpfung von HIV/Aids rechnen."

Unicef forderte, den Fonds gezielt dazu einzusetzen, Mädchen und Frauen vor der Aids-Gefahr zu warnen und ihre anhaltende Diskriminierung zum Beispiel beim Schulbesuch zu beenden. Unicef-Schirmherrin Christina Rau betonte: "Mädchen haben eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Aids. Je früher sie ihr Recht, über ihre Sexualität selbst zu bestimmen, kennen lernen und durchsetzen, desto größer ist die Chance, die Ausbreitung der Epidemie unter jungen Menschen zu stoppen." Die Frau von Bundespräsident Johannes Rau hatte im Frühjahr Unicef-Programme gegen Aids in Südafrika besucht.

In Deutschland verliert die Krankheit aus Sicht der Aids-Gesellschaft zunehmend an Aufmerksamkeit. Verbandsvorsitzender Brockmeyer wies darauf hin, dass nur noch ein Drittel der Deutschen Aids als gefährlich einstuften. Vielversprechende Therapieerfolge erzeugten den Irrglauben, die Krankheit sei heilbar, kritisierte er und forderte die deutsche Politik auf, mehr Geld in die Aids-Forschung zu investieren. Dieser Forderung schloss sich der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Aids-Stiftung, Ulrich Heide, an. Die Suche nach Impfstoffen werde international vernachlässigt, kritisierte Heide. "Das ist ein Thema, das nach meinem Dafürhalten im Moment bei der Sonderkonferenz der UN auch zu niedrig gewichtet ist", betonte er.

Am 25-06-2001

Entwicklungspolitik

Der Abbau internationaler Handelsbeschränkungen sollte weniger vom Wunsch nach mehr Handel, sondern von dem Ziel bestimmt sein, Entwicklung zu fördern und Armut zu bekämpfen. Dies sagte am vergangenen Freitag Dean Hirsch, der internationale Präsident des überkonfessionellen christlichen Hilfswerks "World Vision", zur Eröffnung eines Symposiums der Welthandelsorganisation (WTO) mit Nichtregierungsorganisationen (NROs) in Genf. Der internationale Handel müsse dem Ziel der menschlichen Entwicklung untergeordnet werden. Ein freier Handel ohne Rücksicht darauf, wer davon profitiere und wer darunter leide, sei in Frage zu stellen.

"Handel ist kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck", meinte Hirsch. Er wies im Hinblick auf weitere Handelsrunden darauf hin, dass die Armen nur unzureichend vorbereitet seien, um mit den Industrienationen an einem Tisch zu verhandeln. Die armen Länder hätten immer weniger Geld zur Verfügung, da die Industrienationen ihre Entwicklungshilfe stetig abbauten. 1996 hätte die Entwicklungshilfe noch bei 0,34 Prozent des Bruttosozialproduktes der Industrieländer gelegen. Im Jahr 2000 waren es nur 0,22 Prozent.

Auch würden den Entwicklungsländern enorme Kosten aufgebürdet, um internationale Handelsbedingungen zu erfüllen. Viele Industrieländer forderten zwar den unbeschränkten Handel, knüpften aber strenge Bedingungen an Einfuhren oder verschlössen sich weiterhin den Verbrauchsgütern aus Entwicklungsländern.

Am 09-07-2001

Armutsbekämpfung

Eine Hartnäckigkeit bei der Verschreibung von Strukturanpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern attestieren die Nichtregierungsorganisationen der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds. Die Politik dieser Institutionen führe zur Ausbreitung von Armut, Ungleichheit und Unsicherheit über die ganze Welt, so eine Untersuchung des WEED-Informationsbriefs Weltwirtschaft & Entwicklung. Die mit diesen Maßnahmen verbundene Polarisierung schüre ihrerseits Spannungen zwischen verschiedenen sozialen Schichten, stärke extremistische Bewegungen und entziehe demokratischen politischen Systemen die Legitimität, heißt es weiter.

Es handelt sich um den Abschlussbericht der "Initiative für eine partizipatorische Überprüfung der Strukturanpassung", der nach fünfjährigen Recherchen vor Ort geschrieben wurde. Ursprünglich war die Initiative von Gruppen der Zivilgesellschaft und der Weltbank gemeinsam ins Leben gerufen worden. Sie untersuchte die Auswirkungen der Strukturanpassungsprogramme der Weltbank anhand von zehn typischen Länderbeispielen: Ecuador, El Salvador, Mexiko, Bangladesh, Philippinen, Ghana, Mali, Uganda, Zimbabwe und Ungarn.

Auf zahlreichen Länderforen, durch unabhängige nationale SAPRI-Teams, auf Distrikt-, Provinz- und Regionaltreffen trugen Vertreter zivilgesellschaftlicher Gruppen Material und Erkenntnisse zusammen, die in die zehn Fallstudien Eingang fanden. Nicht in allen Fällen konnte die angestrebte Durchführung unter Beteiligung der Weltbank, der nationalen Zivilgesellschaft und der jeweiligen Regierung realisiert werden. Vor allem die Weltbank ginge in dem Maße auf Distanz, dass grundlegende Veränderungen in ihrer Politik notwendig wären, würde sie SAPRI Ernst nehmen.

Am 22-01-2002

Sitzung des EU-Außenministerrats in Brüssel

Der Verband Entwicklungspolitik (VENRO) fordert die EU-Außenminister auf, eine größere Verantwortung für globale Armutsbekämpfung zu übernehmen. In der neuen Ratsformation „Allgemeine Angelegenheiten und Außenpolitik“, die zur Zeit in Brüssel tagt, ist seit Juli 2002 auch der bisherige Rat der Entwicklungsminister aufgegangen. „Entwicklungspolitik darf damit jedoch nicht zum Anhängsel der Außenpolitik degradiert werden. Entwicklungspolitische Themen gehören auf die Tagesordnung und die Entwicklungsminister in die Sitzungen des Ministerrats,“ verlangte der VENRO-Vorsitzende Reinhard Hermle.

Der Verband Entwicklungspolitik legte heute eine Publikation mit dem Titel „Globale Armut – Europas Verantwortung“ vor, die Grundzüge für eine Reform der EU-Entwicklungspolitik bis zum Jahr 2006 enthält. Aktueller Ansatzpunkt hierfür sind die Debatten des Europäischen Konvents zur Zukunft Europas, die einen neuen EU-Vertrag vorbereiten sollen. „Der Erfolg der Arbeit der Europäischen Kommission wird sich künftig auch daran messen lassen müssen, wie wirksam die Kommission zur Bekämpfung der weltweiten extremen Armut und zur Erreichung der UN-Millenniumsziele beiträgt“, sagte Reinhard Hermle.

VENRO ist ein freiwilliger Zusammenschluss von rund 100 deutschen Nichtregierungsorganisationen, die als Träger der privaten oder kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, der Nothilfe sowie der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit tätig sind.

Am 01-10-2002

Öffentlich-private Partnerschaften

China, Südafrika und Brasilien sind vor allem relativ wohlhabende Länder, die von dem neuen Instrument der "öffentlich-privaten Partnerschaften" (Public-Private Partnerships ? PPP) profitieren. Über 1.000 sogenannte PPP-Projekte meldet die Entwicklungszusammenarbeit, 4,7 Mrd. Euro wurden dafür seit 1999 bereitgestellt, teils private Investitionen, teils öffentliche Entwicklungsgelder. Die Zauberformel PPP ist in den letzten Jahren zum neuen Hoffnungsträger der Entwicklungszusammenarbeit geworden. Doch WEED kommt in einer Auswertung der bisherigen Erfahrungen mit PPP zu einer ernüchternden Bilanz: Der Autor der WEED-Studie, Uwe Hoering, resümiert: "PPP ist da erfolgreich, wo es nicht nötig wäre ? als Investitionsförderung und Marktöffnung für europäische Unternehmen in ökonomisch attraktiven Ländern und Wirtschaftsbereichen. Dagegen versagen die ?Entwicklungspartnerschaften? dort, wo die eigentlichen Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit liegen - bei der Verringerung von Armut."

PPP-Projekte tragen bislang kaum dazu bei, die Wasser- und Energieversorgung der ärmsten Bevölkerungsgruppen oder ihre Gesundheits-und Bildungssituation zu verbessern. Jens Martens, verantwortlicher Programmleiter bei WEED, stellt fest: "Gerade die Bereiche der sozialen Grundversorgung bleiben auch weiterhin auf öffentliche Investitionen angewiesen. Doch deren Finanzierung wird schwieriger, wenn ein wachsender Teil der ohnehin spärlichen Entwicklungshilfe in die Subventionierung von PPP-Projekten fließt."

Deshalb empfiehlt das WEED-Arbeitspapier u.a. ein Moratorium für weitere PPP-Projekte. Zunächst sollten in einem breiten Diskussionsprozess, an dem alle Akteure der Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sind, Kriterien und Verfahren für die zukünftige Kooperation zwischen Entwicklungspolitik und Privatwirtschaft entwickelt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass es nicht zu einer weiteren Unterordnung der Entwicklungspolitik unter reine Wirtschaftsinteressen kommt und das Ziel einer ökologisch tragfähigen und sozial gerechten Entwicklung dabei auf der Strecke bleibt.

Am 03-11-2003

Haushalt 2005

Der am Mittwoch im Kabinett verabschiedete Entwurf der Bundesregierung für den Haushalt 2005 löst bei den entwicklungspolitischen Organisationen große Enttäuschung aus. Zwar wurde der Entwicklungsetat (Einzelplan 23) von weiteren Kürzungen verschont. Aber die erwarteten und notwendigen Erhöhungen der Finanzmittel für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bleiben aus. Mit 3,783 Mrd. Euro stagniert der Entwicklungsetat auf dem niedrigen Niveau der 90er Jahre und bleibt sogar noch um 60 Mio. Euro unter der in der Finanzplanung des Bundes vorgesehenen Aufstockung auf 3,843 Mrd. Euro.

"Der deutsche Entwicklungsetat für 2005 ist ein derber Dämpfer für die internationalen Anstrengungen zur Bekämpfung der weltweiten Armut. Damit überlässt die Bundesregierung die Verantwortung für die Umsetzung der UN-Millenniumsziele de facto anderen. Deutschland droht zum Schlusslicht der europäischen Geberländer zu werden," erklärte Reinhard Hermle, der Vorsitzende des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO). "Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 bestand Übereinstimmung darüber, dass die Entwicklungspolitik gestärkt werden muss. Die Haushaltsbeschlüsse stehen dazu im Widerspruch. Wie die Bundesregierung so die EU-Vereinbarung einhalten will, 0,33 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklung bis 2006 bereit zu stellen, ist inzwischen mehr als fraglich."

In einer Pressemitteilung des BMZ vom 14. April 2004 hieß es noch: "Wir halten daran fest, bis zum Jahr 2006 0,33 Prozent unseres Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungszusammenarbeit auszugeben. Dies müsse für 2005 und 2006 zu deutlichen Steigerungen des Entwicklungshaushalts führen." Dies haben Bundeskanzler Schröder und Finanzminister Eichel verhindert.

VENRO bedauert zudem, dass die globale Minderausgabe in Höhe von 38 Mio. Euro im laufenden Haushaltsjahr wesentlich zu Lasten der zivilgesellschaftlichen Organisationen geht. "In Zeiten, in denen das Entwicklungsministerium bei der Armutsbekämpfung auf die Unterstützung eines jeden einzelnen entwicklungspolitischen Akteurs angewiesen ist, schwächt es seine Mitstreiter. Hier wird am falschen Ende gespart," so Reinhard Hermle.

VENRO ist der Bundesverband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (NRO). Ihm gehören rund 100 deutsche NRO an, die als Träger der privaten oder kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, der Nothilfe sowie der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit tätig sind.

Am 23-06-2004

Studie der Kindernothilfe

Internationale Strategien zur Armutsbekämpfung lassen die Belange von Kindern und Jugendlichen weitgehend außer acht. Die Studie (von der Kindernothilfe) weist nach, dass die Themen Kinderarbeit und Kinderrechte beinahe keine Rolle in den so genannten "Poverty Reduction Strategy Papers" (Armutsbekämpfungs Strategiepapiere) spielen. Dabei sind diese Strategiepapiere zur Armutsbekämpfung inzwischen maßgebliche Instrumente entwicklungspolitischer Arbeit, insbesondere für IWF und Weltbank.

Die Kindernothilfe fordert mit der Übergabe der Studie an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Roten Rathaus in Berlin die Bundesregierung auf, die Rechte der Kinder innerhalb der internationalen Prozesse zur Armutsbekämpfung zu stärken. So müssen hochverschuldete Länder ein solches Papier erstellen, um beispielsweise einen Schuldenerlass oder auch neue Kredite erwirken zu können. Klaus Heidel, Autor der Studie:

"PRSP-Prozesse müssen dahingehend weiterentwickelt werden, dass sie künftig zur Stärkung der Rechte der Kinder beitragen."

Weltweit leben zu Beginn des 21. Jahrhunderts rund 1,2 Milliarden Menschen in absoluter Armut - die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Sie versuchen, mit weniger als einem US-Dollar täglich zu überleben. Schutzlosigkeit, Machtlosigkeit, Aussichtslosigkeit und Ausgrenzung umschreiben nüchtern das Leben dieser Mädchen und Jungen.

"Erfreulicherweise räumt die Weltgemeinschaft der Armutsbekämpfung seit dem Millenniumsgipfel 2000 in New York höchste Priorität ein", lobte Frau Christina Rau, Mitglied des Stiftungsrates der Kindernothilfe-Stiftung, die an der Veranstaltung im Roten Rathaus teilnahm.

"Soll die Armutsspirale durchbrochen werden, muss Armutsbekämpfung bei Kindern ansetzen. Denn Kinder, die in Armut geboren werden, bleiben mangels Bildung, Ausbildung und Arbeit arm - und ihre Nachkommen auch. Dieses gerade vor dem Hintergrund, dass Kinder und Jugendliche in vielen der ärmsten Länder die größte Altersgruppe darstellen", so Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. Es ist daher naheliegend, dass diese Zielgruppe eine zentrale Rolle innerhalb der PRSPs einnimmt. Inwieweit dies in der Praxis tatsächlich der Fall ist, sollte im Rahmen der von der Kindernothilfe in Auftrag gegebenen Studie überprüft werden.

Am 23-06-2004

Kindernothilfe übergibt Studie an das BMZ

Internationale Strategien zur Armutsbekämpfung lassen die Belange von Kindern und Jugendlichen weitgehend außer acht. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Kindernothilfe, die sie am Mittwoch dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Roten Rathaus in Berlin übergab. Sie fordert damit die Bundesregierung auf, die Rechte der Kinder innerhalb der internationalen Prozesse zur Armutsbekämpfung zu stärken.

Die Studie weist nach, dass die Themen Kinderarbeit und Kinderrechte beinahe keine Rolle in den so genannten "Poverty Reduction Strategy Papers" (PRSP) spielen. Dabei sind diese Strategiepapiere zur Armutsbekämpfung inzwischen maßgebliche Instrumente entwicklungspolitischer Arbeit, insbesondere für IWF und Weltbank. So müssen hochverschuldete Länder ein solches Papier erstellen, um beispielsweise einen Schuldenerlass oder auch neue Kredite erwirken zu können. Klaus Heidel, Autor der Studie: "PRSP-Prozesse müssen dahingehend weiterentwickelt werden, dass sie künftig zur Stärkung der Rechte der Kinder beitragen."

Weltweit leben zu Beginn des 21. Jahrhunderts rund 1,2 Milliarden Menschen in absoluter Armut - die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Sie versuchen, mit weniger als einem US-Dollar täglich zu überleben. "Erfreulicherweise räumt die Weltgemeinschaft der Armutsbekämpfung seit dem Millenniumsgipfel 2000 in New York höchste Priorität ein", lobte Frau Christina Rau, Mitglied des Stiftungsrates der Kindernothilfe-Stiftung, die an der Veranstaltung im Roten Rathaus teilnahm.

"Soll die Armutsspirale durchbrochen werden, muss Armutsbekämpfung bei Kindern ansetzen.? fordert Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. Denn Kinder, die in Armut geboren werden, blieben mangels Bildung, Ausbildung und Arbeit arm ? und ihre Nachkommen auch. Es sei daher naheliegend, dass diese Zielgruppe eine zentrale Rolle innerhalb der PRSPs einnimmt. Inwieweit dies in der Praxis tatsächlich der Fall ist, sollte im Rahmen der von der Kindernothilfe in Auftrag gegebenen Studie überprüft werden.

Die Kindernothilfe fördert rund 205.000 Kinder und Jugendliche, die in extremer Armut leben und/oder besonders gefährdet sind. Sie setzt sich auch dafür ein, dass Kinder bei den Vereinten Nationen gehört werden, wenn Staaten Kinderrechtsverletzungen nicht ahnden. Die Kindernothilfe hat das Spendensiegel des Deutschen Instituts für soziale Fragen (DZI), mit dem Organisationen ausgezeichnet werden, die Spendengelder sorgfältig verwalten.

Am 24-06-2004

Chance für Mensch und Umwelt

Armutsbekämpfung muss viel stärker in das Blickfeld der Umweltarbeit gerückt werden, um der weiteren Ausrottung der biologischen Vielfalt auf der Erde entgegenzuwirken. Diese Position äußerte die Umweltstiftung Euronatur, anlässlich ihrer Neuvorstellung von neuentwickelten Methoden zur Wiederaufforstung artenreicher Wälder. Mehr denn je gelte es, die Landflucht zu stoppen und die Verelendung der Menschen in den Megastädten aufzuhalten.

Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter: "Wenn wir die Schöpfung bewahren wollen, brauchen wir, viel stärker als bislang, andere Methoden des Naturschutzes. Es genügt nicht, den Menschen zu sagen, dass ein seltener Affe auf einer Palme sitzt. Wenn die Menschen nichts zu essen haben, interessiert sie eine seltene Art recht wenig."

Dennoch müssen abgeholzte Regenwaldflächen, die in Kokos-Monokulturen umgewandelt wurden nicht zwingend zu ökologisch katastrophalen Grassteppen werden. Auf dem Welt-Artenschutzkongress des IUCN (International Union for Conservation of Nature) in Bangkok berichtete jetzt der Tropenwaldexperte der Umweltstiftung Euronatur, Prof. Dr. Friedhelm Göltenboth, über neu entwickelte Methoden zur Wiederanpflanzung artenreicher Wälder. Sie sollen helfen, die Erosion zu stoppen und den drohenden Verlust früher angestammter Tier- und Pflanzenarten zu verhindern.

Wie Göltenboth mitteilte, sei das sogenannte "Rainforestation Farming" eine Kombination aus angepasster Landwirtschaft und ökologischem Waldbau. Das Konzept habe auf verschiedenen Philippinen-Inseln gute Erfahrungen gebracht. Es gelang in überschaubarer Zeit, aus Kokos-Monokulturen artenreiche Wälder entstehen zu lassen, worin die Kleinfarmer nicht nur Früchte und Zierpflanzen anbauen, sondern auch Bambus und Rattan sowie Weichhölzer gewinnen. Nach einigen Jahren könnten auch die ersten wertvollen Hartholzbäume geerntet werden.

In die Versuchsflächen seien seltenste Arten wie der Koboldmaki, Nashornvogel, und Flughörnchen wieder zurückgekehrt. Bei der Umweltstiftung Euronatur betont man, dass die Rainforestation-Methode kein Ersatz für die Erhaltung der Primärwälder sei. Sie biete jedoch reelle Chancen, dass die Menschen eben diese ursprünglichen Wälder nicht weiter abholzen, weil ihnen eine klare Alternative gegeben wird.

Am 19-11-2004

Frühjahrstagung von IWF und Weltbank

Aus Anlaß der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank, die am Freitag in Washington beginnen wird, sagte Peter Lanzet vom EED (Evangelischer Entwicklungsdienst e.V.): "Wenn die Bundesregierung international eine wichtige Rolle spielen und einen Sitz im Sicherheitsrat erwerben möchte, muss sie mehr Verantwortung übernehmen. Sie darf sich bei der weltweiten Armutsbekämpfung nicht hinter anderen Ländern verstecken".

Der EED kritisiert, dass die Bundesregierung bei den Themen Entschuldung und Entwicklungsfinanzierung eher bremse als eigene Vorschläge bringe. Der britische Vorschlag sieht beispielsweise vor, dass die Industrienationen 21 der ärmsten Länder bei der Zahlung ihren Schuldendienste unter die Arme greifen. Zu diesem Vorschlag will Deutschland seine Zustimmung bislang nicht geben.

Ähnliches gelte für die Vorschläge zur Finanzierung von Entwicklungshilfe: Zum Thema Entwicklungsfinanzierung über Staatsanleihen habe sich das deutsche Finanzministerium inzwischen zu einer Befürwortung durchgerungen, stelle dafür aber kein Geld in Aussicht. "Die Bundesregierung sollte wenigstens die Vorschläge anderer europäischer Staaten unterstützen ,damit die Anstrengungen zur Halbierung der Armut bis 2015 nicht im Sande verlaufen", fordert Lanzet.

Der EED weist darauf hin, dass von den Millennium Development Goals zur Halbierung der Armut bis 2015 die meisten Entwicklungsländer weit entfernt seien: "Besonders die Länder Afrikas südlich der Sahara werden Ziele wie Grundschulbildung für alle oder Halbierung der Kindersterblichkeit verfehlen, wenn nicht deutlich mehr Mittel aufgebracht werden", warnt Lanzet. "Wir appellieren an die Bundesregierung, bei der Entwicklungshilfe nicht länger Schlusslicht der führenden EU-Mitgliedsländer zu bleiben."

Der EED ist ein Entwicklungswerk der evangelischen Kirchen in Deutschland. In über 80 Ländern der Welt fördert der EED Entwicklungsprogramme, die sich für den Aufbau gerechter Gesellschaften einsetzen. Partner des EED sind Kirchen, ökumenische Organisationen und Nichtregierungsorganisationen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa.

Am 14-04-2005

Entwicklungshilfeetat

Der Verband der entwicklungspolitischen Nicht-Regierungsorganisationen (VENRO) begrüßt den von der Bundesregierung beschlossenen Anstieg des Entwicklungshilfeetats. Im Vergleich zu den Zusagen, die auf dem G8-Gipfel gemacht wurden, falle dieser allerdings zu gering aus. Für die privaten Träger der Entwicklungshilfe gebe es gar keine Erhöhung.

"Die Bundesregierung geht damit wieder nur einen kleinen Schritt vorwärts. Die Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele bis zum Jahr 2015 ist durch diesen Entwurf nicht realistischer geworden", sagt die Stellvertretende Vorstandsvorsitzende von VENRO, Claudia Warning.

Darüber hinaus sei zu befürchten, dass die Bundesregierung ihre Zusage gegenüber der Europäischen Union, im kommenden Jahr zumindest 0,33 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklung bereit zu stellen, nur erreichen werde, weil sie über die Entschuldung des Iraks ihre Zahlen schön rechnen könne. "Von einem entschlossenen Engagement für die Beseitigung der extremen Armut in der Welt kann vor dem Hintergrund dieser Fakten nicht die Rede sein", resümierte die VENRO-Vertreterin.

Am 15-07-2005