BAYER-Verantwortung am Klimawandel

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Die ungewöhnlich heißen Sommer kosten Menschen das Leben, so der jüngst erschienene Monitoringbericht des Bundesministeriums für Umwelt. Im Rekord-Sommer 2018 seien insgesamt etwa 1.200 Menschen verstorben, hält der Report fest. Dies ist der Publikation zufolge eine Folge des Klimawandels: „Diese Schäden machen den dringenden Handlungsbedarf sowohl im Hinblick auf den Klimaschutz als auch die Anpassung an die Folgen des Klimawandels deutlich.“

„Die Coordination gegen BAYER-Gefahren gehört zu denjenigen in der Gesellschaft, die den Klimawandel nicht nur ernst nehmen, sondern auch aktiv dagegen vorgehen wollen“, kommentiert Geschäftsführer Marius Stelzmann die Veröffentlichung des Umweltministeriums. Am kommenden Freitag, dem 29.11.2019 nimmt die Coordination daher abermals am Klimastreik teil, diesmal direkt am Leverkusener Stammsitz des Chemie-Riesen.

BAYER ist im Umkreis der Stadt der größte Klimasünder“, begründet CBG-Geschäftsführer Marius Stelzmann die Entscheidung mit Verweis auf die im Geschäftsjahr 2018 von 3,63 Millionen auf 5,45 Millionen Tonnen angestiegenen Kohlendioxid-Emissionen. „Seit der diesjährigen Hauptversammlung des BAYER-Konzerns besteht eine regelmäßige Kooperation mit der FRIDAYS FOR FUTURE-Bewegung. Nun sprechen wir ein weiteres Mal auf einer der Demonstrationen. Aber dieses Mal bleibt es nicht dabei. Wir werden im Anschluss an die Demonstration zur Konzernzentrale gehen und dort einen Offenen Brief übergeben, in dem wir vom Unternehmen verlangen, sich seiner Verantwortung zur Verhinderung des Klimawandels zu stellen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen.“

Zum Forderungskatalog der CBG gehört unter anderem eine Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung im Allgemeinen und ein sofortiger Verzicht auf Braunkohle als Energie-Träger im Besonderem. Auch auf einen Stopp der besonders klima-schädigenden Glyphosat-Produktion am US-amerikanischen Standort Soda Springs dringt das Netzwerk.

Trotz seiner Klima-Sünden blieben BAYER und andere energie-intensive Gesellschaften von dem Klima-Paket, das die Bundesregierung im September 2019 auf den Weg brachte, verschont. Nach Ansicht von CDU und SPD greift bei den großen Konzernen schon der europäische Emissionshandel (EU-ETS), obwohl das Instrument bisher nicht dazu geeignet war, den Leverkusener Multi zu einer spürbaren Verringerung seines CO2-Fußabdrucks zu veranlassen. Entsprechend erfreut zeigten sich die Firmen. „Der Verband der Chemischen Industrie begrüßt, dass Sektoren, die schon dem EU-Emissionshandel unterliegen, von dem neuen nationalen Emissionshandel ausgenommen werden und keine zusätzliche Belastung erfahren sollen“, hieß es in einer Presseerklärung. „Wieder verhindert die Lobby-Arbeit von BAYER & Co. eine dringend notwendige zusätzliche gesetzliche Regelung zur Limitierung des CO2-Ausstoßes großer Konzerne“, kritisiert CBG-Vorstandsmitglied Axel Köhler Schnura deshalb.

Trotz der erfolgreichen Lobbyarbeit des Chemie-Verband sieht der Konzern weiteren Bedarf, sich in der Öffentlichkeit gut darzustellen. Aktuell fährt BAYER eine Imagekampagne, in welcher der Global Player sich positiv auf die Demonstrationen von FRIDAYS FOR FUTURE bezieht. So äußert eine BAYER-Beschäftigte auf einem der Werbeplakate, dass sowohl sie als auch ihre demonstrierende Nichte sich aktiv für das Klima einsetzten, sie selber bei BAYER und ihre Nichte auf der Straße. „Auch deshalb ist es wichtig zu zeigen, dass die reale Bewegung völlig anderer Meinung ist und keine PR-Projektionsfläche für einen Mega-Konzern sein möchte,“ so Stelzmann abschließend.