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Deutsche Unternehmen erwarten keinen baldigen Aufschwung

Konjunktur

Die deutschen Unternehmen rechnen ungeachtet erster Anzeichen für eine Konjunktur-Belebung nach wie vor nicht mit einem baldigen Aufschwung. Erst im Jahresverlauf sei ein "kraftloses Wachstum" in der deutschen Wirtschaft zu erwarten, sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung der DIHK-Frühjahrsumfrage zur aktuellen Konjunkturlage.

Die Stimmung in der Wirtschaft sei derzeit gedrückt, und die Konjunktur bleibe labil, erklärte Wansleben. Für die Umfrage hat der DIHK mehr als 25000 Unternehmen befragt. Beim Wirtschaftswachstum für das laufende Jahr seien "nicht mehr als 0,5 Prozent drin", sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Neben überhöhten Tarifrunden in Deutschland bleiben als Risiken für die

Konjunktur im Jahr 2002 die Nachwirkungen der Terroranschläge in den USA." Die schlechten Ertragsaussichten der Unternehmen im laufenden Jahr deuteten auf einen weiteren Anstieg der Insolvenzen hin.

Hoffnungsträger für den Aufschwung ist der Umfrage zufolge der Export, während die Unternehmen der Binnennachfrage auch in diesem Jahr "keine Kraft zutrauen". Die Ausfuhren können 2002 nach Einschätzung der Unternehmen jedoch nicht im Tempo der vergangenen Jahre gesteigert werden. Der Export in die Länder der Europäischen Union wird nach Meinung der Unternehmen "wieder an Dynamik gewinnen" und auch der Absatz in die USA wieder zulegen.

Große Absatzhoffnungen machen sich die Unternehmen der Umfrage zufolge in China. Insgesamt werde in den asiatischen Ländern mit einer stärkeren Nachfrage als 2001 gerechnet. Von Japan würden jedoch keine positiven Impulse erwartet. In Mittel- und Osteuropa sehen die Unternehmen gute Chancen für den Export. Erste Anzeichen für eine Besserung der Konjunktur gibt es aus Sicht der Unternehmen in der Industrie. Auch im Dienstleistungsbereich überwiegen die zuversichtlichen Stimmen. Im Handel und vor allem in der Bauwirtschaft herrsche hingegen Skepsis vor.

Am Arbeitsmarkt stehen der DIHK-Umfrage zufolge die Zeichen weiter auf Abbau. "Die Unternehmen haben ihre ohnehin schon restriktiven Beschäftigungsplanungen für 2002 nochmals nach unten korrigiert", sagte Wansleben. Die Arbeitslosenzahl werde 2002 durchschnittlich mehr als vier Millionen erreichen. Trotz Beschäftigungsabbaus und steigender Arbeitslosigkeit fehlten vielerorts qualifizierte Fachkräfte. Deshalb seien Strukturreformen am Arbeitsmarkt notwendig.

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