Die Zeichen stehen auf Streik
Metall-Tarifverhandlungen in Baden-Württemberg gescheitert
Zwickel sagte in Stuttgart, der Gewerkschaftsvorstand werde auf der Sitzung am Dienstag festlegen, in welchen Bezirken die Urabstimmungen stattfinden werden. Eine Schlichtung schloss er nach dem Scheitern der Verhandlungen in Baden-Württemberg aus. Dort gelte dort nun wieder die Ausgangsforderung der IG-Metall von 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, betonte der Gewerkschaftschef. Er machte die Arbeitgeber für das Scheitern verantwortlich. Deren letztes Angebot habe deutlich unter dem Chemie-Abschluss gelegen.
Die Arbeitgeberseite hatte ein Modell angeboten, das nach ihrer Darstellung einem Gesamtvolumen in Höhe von 3,8 Prozent entspricht und damit über dem Chemie-Abschluss von 3,6 Prozent liegen würde. Demnach sollten die Beschäftigten innerhalb eines Zeitrahmens von 15 Monaten für 13 Monate 3,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt und zusätzlich eine Einmalzahlung in Höhe von 190 Euro bekommen. Nach Berechnungen der IG Metall würde dies aber nur einem Volumen von 3,25 Prozent entsprechen. Die Vorschläge der IG Metall sahen ein Volumen von 4,0 Prozent vor.
In Nordrhein-Westfalen will die die Große Tarifkommission der IG Metall in der nächsten Woche das Scheitern der Verhandlungen feststellen, wenn die Arbeitgeber bis Montag kein neues Angebot vorlegen. Vorbereitungen für Urabstimmungen seien bereits in dieser Woche in allen IG-Metall-Verwaltungsstellen angelaufen. In Sachsen wird die Tarifkommission am Montag in Dresden über das weitere Vorgehen beraten. Zu erwarten sei, dass die laufenden Tarifverhandlungen im Freistaat für gescheitert erklärt werden. Auch in Niedersachsen will die Tarifkommission laut IG-Metall-Angaben am Montag das Scheitern der Verhandlungen feststellen und Urabstimmungen beantragen.
Kommt es zu Urabstimmungen, ist eine Zustimmung von 75 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für Streiks erforderlich. Bei einer Einigung mit den Arbeitgebern während der Streiks müssten 25 Prozent dem Tarifabschluss und damit dem Ende des Arbeitskampfes zustimmen.
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Am 19. Apr. 2002 unter:
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