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Britische Umweltaktivisten protestieren gegen geheime Genexperimente

Coordination gegen Bayer-Gefahren

Britische Umweltorganisationen protestieren vehement gegen Freilandversuche des Bayer-Konzerns mit gentechnisch verändertem Raps, der sogenannte "Terminator Gene" enthält. Terminator Gene schaffen sterile Pflanzen, deren Samen für die Aussaat nicht weiter verwendet werden können. Die Verwendung solcher Pflanzen wurde in dieser Woche von Forschern des Institute of Science in Society (ISS) nachgewiesen. Die Freilandversuche an rund 150 Orten in ganz Großbritannien gehören zu einer 4-jährigen Versuchsreihe der britischen Umweltbehörde.

Der Einsatz von "Terminator-Genen" wurde seitens des Saatgut-Herstellers Bayer CropScience und der Aufsichtsbehörde DEFRA geheim gehalten, berichtet der neuseeländische Nachrichtendienst Scoop. Die Wissenschaftler Mae-Wan Ho und Joe Cummins vom ISS warnen vor den Gefahren der neuen Raps-Saat: genetisch veränderte Raps-Samen können auf gentechnisch unbehandelte Sorten und auf verwandte Arten überspringen. Verwandte Arten wie Broccoli, Senf, Blumenkohl und wild lebende Pflanzen könnten an der Fortpflanzung gehindert werden und schlimmstenfalls aussterben.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: "Bereits im letzten Sommer mussten die Freilandversuche in England gestoppt werden, nachdem bekannt wurde, dass Saatgut der Firma Bayer verbotene Antibiotika-Resistenzgene enthielt. Die Tests mit gentechnisch verändertem Saatgut dienen nicht der Ernährungssicherheit sondern einzig und allein den Profitinteressen der Agroindustrie."

Die Aktivistengruppe GM-Free Cymru aus Wales will die weitere Aussaat von "Terminator Genen" parlamentarisch stoppen. Brian John von GM-Free Cymru: "Die Verwendung dieser Technologie in Raps-Saaten ist über Jahre hinweg geheim gewesen. Wir fühlen uns von den Verantwortlichen verraten. Erst nachdem unabhängige Wissenschaftler die Existenz solcher Saaten nachgewiesen hatten, gaben die zuständigen Stellen zu, dass in Großbritannien anderes Saatgut verwendet wurde als in den USA und Kanada. Die Öffentlichkeit wurde getäuscht und belogen."

Brasilianische Bauernaktivisten wie Wilson Campos hatten beim Welt-Sozialforum in Porto Alegre vor Terminator-Gen-Saaten gewarnt. Diese bewirken, dass die Bauern von der Ernte nichts für die nächste Aussaat aufheben können, wie es in den meisten Entwicklungsländern praktiziert wird. Da sich die patentierten Pflanzen der Agrarindustrie nicht fortpflanzen können, müssen die Bauern im Folgejahr wieder Saatgut kaufen.

Nach den neuen Regelungen sei es den Bauern auch verboten, Saatgut zu tauschen. Die UN-Welternährungsorganisation FAO hat festgestellt, dass 1,4 Mrd. Bauern der südlichen Hemisphäre darauf angewiesen sind, Saatkörner auszubringen, die sie aus der Ernte abgezweigt haben oder die sie von ihren Nachbarn für die Fruchtfolge eingetauscht haben.

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