Parallelen zur Ebola-Epidemie in Afrika
SARS löst Razzien auf Wildtiermärkten in China aus
Die ersten Fälle von SARS tauchten ausgerechnet bei Personen auf, die mit der Zubereitung von Wildvögeln in Restaurants der südchinesischen Provinz Guangdong zu tun hatten. Chinesische Ärzte schlugen deshalb Alarm. Nach Berichten der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua führten die Behörden in Guangdong daraufhin Razzien auf zahlreichen Wildtiermärkten und in -Restaurants durch. Guangdong ist eines der Zentren des millionenfachen Verbrauchs von Wildtieren in China. Diese Tiere - vom Tiger über Schildkröten und Vögel bis hin zu Schuppentieren und Affen - stammen großteils aus freier Wildbahn.
"In China gilt das Fleisch vieler Wildtiere als gesundheitsfördernd, und dank Wirtschaftsaufschwung können sich immer mehr Chinesen solche Speisen leisten ", erläutert die Pro Wildlife-Sprecherin. "Dieser Aberglaube wurde in den letzten Jahren zu einer der größten Gefahren für bedrohte Arten weltweit. Nun könnte ausgerechnet die Angst vor SARS hier ein Umdenken auslösen". Der Nachweis für einen tatsächlichen Zusammenhang zwischen SARS und den Wildtiermärkten steht noch aus. Doch Restaurants in China und Hongkong beklagen bereits jetzt fehlende Kundschaft und massive finanzielle Einbußen.
Ein Zusammenhang zwischen tödlichen Seuchen und dem Verzehr von Wildtieren sorgte jüngst auch in Afrika für Schlagzeilen: Die derzeit in Zentralafrika grassierende Ebola-Epidemie fordert nicht nur Opfer unter den Menschen, sondern auch unter Schimpansen und Gorillas. Als Übertragungsweg wird auch hier das Fleisch der Wildtiere vermutet - eine erschreckende Parallele zu den SARS-Fällen in Asien.
Pro Wildlife weist seit Jahren auf die Bedrohung der Artenvielfalt durch den millionenfachen Konsum von Wildtieren in China und seinen Nachbarländern hin. Die Münchner Artenschutzorganisation setzte sich u.a. erfolgreich dafür ein, dass Dutzende hierdurch bedrohte Tierarten international unter Schutz gestellt wurden. "Wir wollen ein Umdenken der Verbraucher in China erreichen und zeigen deshalb auch ökologisch unbedenkliche Alternativen auf. Dass nun diese Artenschutzbemühungen ausgerechnet durch eine Seuche unterstützt werden, ist unerwartet", sagt Altherr.
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Am 06. Mai. 2003 unter:
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