Fahrradverkehr
Zusätzlicher Rückspiegel könnte 300 Unfalltote im Jahr vermeiden
Der DOBLI-Spiegel verkleinert den "Toten Winkel" vor und rechts neben dem Lkw von 38 auf 4 Prozent. Seit dem 01.01.2003 sind in den Niederlanden 100 Prozent aller Alt- und Neufahrzeuge über 3,5 Tonnen mit einem vierten rechten Außenspiegel oder einem anderen sichtverbessernden System ausgerüstet. Lkw-Fahrer, die diesen Spiegel nicht montiert haben, zahlen eine Strafe von 235 Euro. Im Jahr 2002 ging die Zahl der schweren und tödlichen Fahrradunfälle im "Toten Winkel" um 42 Prozent zurück. Der DOBLI-Spiegel kostet lediglich 150 Euro und kann an jedem Lkw montiert werden.
Der ADFC fordert das verantwortliche Bundesverkehrsministerium auf, endlich zu handeln und den vierten rechten Außenspiegel sofort nach dem niederländischen Modell und im Vorgriff auf eine EU-Regelung auch in Deutschland für alle Lkw über 3,5 Tonnen vorzuschreiben. Die EU-Regelung sieht ab Oktober 2006 lediglich eine Ausrüstung aller Neufahrzeuge über 7,5 Tonnen und einen Spiegel vor, der den "Toten Winkel" lediglich um die Hälfte auf 19 Prozent verkleinern würde. Alleine der Austausch der Lkw über 7,5 Tonnen würde damit mindestens bis zum Jahr 2021 dauern.
Im Jahr 2002 starben in Deutschland 583 Fahrradfahrer im Straßenverkehr - davon nach Einschätzung des ADFC bis zu 50 Prozent im "Toten Winkel". Eine offizielle Erfassung der "Toter-Winkel-Unfälle" ist in Deutschland nicht vorgesehen. Aktuell mussten in Berlin am vergangenen Dienstag ein 9-jähriger und ein 59-jähriger Radfahrer sinnlos im "Toten Winkel" zweier rechtsabbiegender Lkw sterben. Im vergangenen Jahr starben auf Berlins Straßen insgesamt 24 Fahrradfahrer.
Der ADFC fordert das Bundesverkehrsministerium auf, endlich zu handeln: "Herr Stolpe, machen Sie dem sinnlosen Tod im "Toten Winkel" ein Ende und handeln Sie endlich! Schreiben Sie den vierten rechten Außenspiegel sofort verbindlich und im nationalen Alleingang vor, wie es die Niederlande bereits getan haben."
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Am 30. Mär. 2004 unter:
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