Euronatur schlägt Alarm

Griechenlands Naturschätze als Verlierer der Olympischen Spiele

Die Umweltstiftung Euronatur betont, dass die grieschiche Olympiaeuphorie die 27 Nationalparke Griechenlands und deren einzigartige Naturschätze belastet. Euronatur kritisiert, dass sich Griechenland der Olympiade und damit der Antike besinnt, den Schutz der aber ebenfalls schon in der Antike vorhandenen Tiere und Lebensräume missachtet. Bereits im Juni letzten Jahres habe die damalige sozialistische Regierung Gelder zum Aufbau der Parkverwaltungen zugesagt ? Gelder, die auch die jetzige konservative Regierungspartei nicht auszahlt. Der Meeresnationalpark Nördliche Sporaden zum Beispiel, der seit 1992 auf dem Papier existiert, erhielt zwar im letzten Jahr einen sogenannten ?Management-Body?, welcher für die langfristigen Planungen innerhalb des Parks zuständig ist, zur Umsetzung der hier getroffenen Entscheidungen aber fehlt aufgrund der Finanzsperre in Sachen Natur das nötige Geld.

Paradebeispiel für das Versagen in Sachen Umweltschutz sei der Meeresnationalpark Zakynthos, so Euronatur. Im Jahr 1999 wurde der Park auf Druck der Europäischen Union und verschiedener Naturschutzorganisationen zum Schutz der Unechten Karettschildkröte, einer stark gefährdeten Meeresschildkrötenart, eingerichtet. Damit war Zakynthos der erste und einzige Nationalpark Griechenlands mit eigener Verwaltung - bis die Parkmitarbeiter im Mai diesen Jahres ihre Arbeit niederlegen mussten, da sie seit 10 Monaten keinen Lohn mehr von der griechischen Regierung erhalten hatten.

Ein weiterer Kritikpunkt: Der Bau der olympischen Ruderanlage Schinias unweit des Ortes Marathon. Die Anlage wurde inmitten eines wertvollen Feuchtgebietes errichtet ? im Gegenzug dazu wurden die restlichen Flächen des Gebietes kurzerhand als Schutzgebiet ausgewiesen.

Euronatur hat zusammen mit verschiedenen griechischen und internationalen NGOs eine Unterschriftenkampagne gegen das derzeitige Verhalten der Regierung in Sachen Naturschutz gestartet. ?Mit der Kampagne fordern wir die griechische Regierung dazu auf, die Nationalparke umgehend mit Parkverwaltungen auszustatten und deren langfristige Finanzierung zu gewährleisten.", erläutert Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter. Nur so könne der Schutz von Tieren, Pflanzen und ihrer Lebensräume vor Ort wirksam realisieren werden.

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