Tierversuche
Deutschland offenbar Vorreiter bei Affen-"Verbrauch"
"Das unerträgliche Leiden" der Tiere beginne bereits im Ausland. "Beispielsweise werden Makaken auf Mauritius im Indischen Ozean brutal mit Maschendraht-Fallen gefangen", so der Tierschutzbund. Die Wildfänge und ihre Nachzuchten gingen dann als Export an Forschungseinrichtungen in der ganzen Welt. Das sind unhaltbare Zustände“, so Tierschutzbund.
Insgesamt würden jährlich über 7000 Affen aus Mauritius exportiert. Nach Deutschland wurden in den Jahren 2000 bis 2005 von der Inselgruppe offenbar 2582 Affen transportiert. Mauritius sei eines der wenigen Länder, in denen es noch erlaubt sei, Affen aus der freien Wildbahn zu fangen. Sie gälten dort als Schädlinge, da sie sich unter anderem von Zuckerrohr ernährten. Jäger erhielten für die Affen von Zucht- und Importfarmen zwischen 50 und 300 Euro. Nachzuchten würden für ein Vielfaches, bis zu 2500 Euro, gehandelt.
Die Affen würden in deutschen Labors und Forschungseinrichtungen für Giftigkeitstests für die Zulassung von Medikamenten oder Impfstoffen und für Wissensmehrung in der Forschung "missbraucht", so die Tierschützer. Der Tierschutzbund kritisiert die Primatenversuche, die beispielsweise an der Bremer Universität oder auch in dem Labor der Firma Covance (Münster) durchgeführt würden.
Die Organisation fordert die Bundesregierung auf, sich bei der anstehenden Überarbeitung der EU-Versuchstierrichtlinie für ein Verbot von Versuchen an Affen einzusetzen. Als Sofortmaßnahme müsse ein sofortiges nationales und internationales Importverbot für Versuchsaffen erlassen werden. Die Wildfänge müssten eingestellt und die Haltungsbedingungen für die bereits in der Forschung befindlichen Affen erheblich verbessert werden.
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