Entschädigung für Familien
Kinderärzte fordern schnelles Handeln wegen Kinderkrebs um Atomkraftwerke
Die Qualitätsprüfung bewerte außerdem den kausalen Zusammenhang zwischen der AKW-Strahlung und den Kinderkrebsfällen neu. Ergebnis: Die radioaktiven Emissionen aus den Atomanlagen könnten keineswegs als Erklärung für das erhöhte Krebsrisiko bei Säuglingen und Kleinkindern in ihrer Nähe ausgeschlossen werden. Sie stellten im Gegenteil "die bislang plausibelste Erklärung" dar.
Nach Auffassung der Vorsitzenden der Ärztorganisation IPPNW, Angelika Claußen, darf der Zusammenhang zwischen Atomkraftwerken und Kinderkrebsfällen nicht länger geleugnet werden. Die Kinderkrebsstudie habe die Entfernung des Wohnortes der Kinder zum Atomkraftwerk ersatzweise als Bezugsgröße für die anzunehmende radioaktive Belastung angesetzt, um einen Zusammenhang zwischen Erkrankungsrate und Radioaktivität zu überprüfen.
"Berücksichtigt man die wissenschaftlichen Hinweise über die besonders hohe Strahlenempfindlichkeit ungeborenen Lebens, von Säuglingen und Kleinkindern, dann ist dieser Zusammenhang auch strahlenbiologisch einleuchtend", so Claußen. Ernsthafte Hinweise für erhöhte Raten von Krebserkrankungen in der Nähe von Atomkraftwerken gebe es seit über zwanzig Jahren "und seit acht Jahren liegen belastbare Beweise vor", so Claußen. Die Bundesregierung müsse jetzt endlich handeln.
Der Herforder Kinder- und Jugendarzt Winfrid Eisenberg forderte im Namen von mehr als 100 Kinderärzten von der Bundesregierung "eine schnellstmögliche Risikovorsorge. Wir fordern, die bisherigen regierungsamtlichen Annahmen zum Strahlenrisiko und die daraus abgeleiteten Emissionsgrenzwerte für radioaktive Abgaben zu überprüfen", so Eisenberg. Die Emissionsgrenzwerte müssten an den internationalen Forschungsstand angepasst werden. "Ausschlaggebend dabei müssen der Gesundheitsschutz und die Risikovorsorge für jene sein, die am strahlenempfindlichsten sind, also Embryos, Feten, Säuglinge und Kleinkinder." Die heutige Praxis der Emissionsmessungen müsse "durch neutrale Gutachter" überprüft werden. In der Nähe von Atomkraftwerken müssen nach Auffassung der Atomkraftgegner zudem "lückenlose und exakte amtliche Messungen der Radioaktivität durchgeführt werden".
Für den BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger sind die neuen Erkenntnisse "dramatisch". Nicht erst von explodierenden Atomkraftwerken wie im Falle Tschernobyls gingen enorme gesundheitliche und ökologische Risiken aus. "Die Gesundheitsgefährdung im sogenannten Normalbetrieb der Reaktoren ist ein akuter Grund, alle Atomkraftwerke sofort stillzulegen", so Weiger.
Er forderte zudem eine Umkehr der Beweislast. "Solange die Betreiber der Atomkraftwerke nicht ausschließen können, dass ihre Reaktoren für die Kinderkrebsfälle verantwortlich sind, müssen die Atomkraftwerke allein schon deshalb vom Netz genommen werden", fordert der BUND-Vorsitzende. "Und die Stromkonzerne müssen jene Familien finanziell entschädigen, die mit ihren Kindern nicht mehr in der Nähe von Atomkraftwerken wohnen wollen."
Die Vorsitzende der atomkritische Ärzteorganisation IPPNW, Angelika Claußen, sagte, mit der Studie des Kinderkrebsregisters habe die These, dass Atomkraftwerke auch im Normalbetrieb krank machten, "höchste wissenschaftliche epidemiologische Weihen erhalten". Sie kritisierte, dass die Autoren dieser Studie jedoch keinen Zusammenhang zwischen den Kraftwerken und den vermehrten Kinderkrebserkrankungen gesehen hätten.
Der Herforder Kinderarzt Winfrid Eisenberg als Vertreter einer Initiative von mehr 100 Kinderärzten forderte eine Überprüfung und Anpassung der Emissionsgrenzwerte für radioaktive Abgaben. Dabei müsse der Gesundheitsschutz für diejenigen ausschlaggebend sein, die am strahlenempfindlichsten seien, also Embryos, Feten, Säuglinge und Kleinkinder.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 22. Apr. 2008 unter:
politikStichworte:
« Stromkonzerne und Dena ernten mit "Stromlücken"-Debatte Widerspruch
Stasi-IM darf vorläufig in Ausstellung genannt werden »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
