Bundeswehr bei Einsatz in Mazedonien nicht dabei

Krieg in Europa

Die Bundeswehr nimmt am geplanten Einsatz der NATO zur Entwaffnung albanischer Rebellen in Mazedonien nicht teil. Dies teilte der Generalinspekteur Harald Kujat der "Welt am Sonntag" mit. Die 3.000 Soldaten für den geplanten 30-Tage-Einsatz kommen laut Kujat vor allem aus Frankreich, Großbritannien, Italien und Griechenland mit Unterstützung der USA. Ursprünglich war die Rede davon, dass 600 deutsche Soldaten an dem Kriegseinsatz teilnehmen sollten.

Der Sprecher von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD), Detlef Puhl, räumte ein, dass dem Bundesverteidigungsministerium bereits seit Anfang der Woche bekannt ist, dass die Bundeswehr nicht eingesetzt wird. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) war jedoch noch am Donnerstag zitiert worden, dass sich die Bundeswehr sogar auf einen Einsatz einstellen müsse, der "über die 30 Tage hinausgeht".

Kujat nutzt den Nicht-Einsatz der Bundeswehr für ein Plädoyer für die Strukturreform. Die Bundeswehr sei "weder personell noch materiell durchhaltefähig", um einen weiteren Einsatz in dieser Größenordnung auf Dauer zu fahren, behauptete er. Grund sei, dass die Strukturreform noch nicht weit genug vorangetrieben worden sein. "Und es wirkt sich eben aus, dass wir materiell auf dem Zahnfleisch gehen, was Materialerhaltung, Einsatzbereitschaft des Gerätes angeht", sagte der Generalinspekteur.