NABU: Kein Durchbruch für den Schutz der Wälder in Den Haag

Konferenz zur Biologischen Vielfalt

Der Naturschutzbund NABU hat die Ergebnisse der 6. Vertragsstaatenkonferenz über die Konvention zu biologischen Vielfalt in Den Haag als unzureichend kritisiert. "Die historische Chance für einen echten Durchbruch beim Schutz der letzten Naturwälder wurde leichtfertig vergeben", kritisierte NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Dabei habe mit dem im Vorfeld der Konferenz erarbeiten Arbeitsprogramm eine Grundlage vorgelegen, die auch die Zustimmung der internationalen Naturschutzverbände gefunden hatte. Es habe sich jedoch im Verlauf der Konferenz gezeigt, dass vor allem Länder wie Brasilien und Kanada, die noch über bedeutende Urwaldflächen verfügen, an einer Verabschiedung eines wirkungsvollen Arbeitsprogramms kein Interesse haben.

Das IIFB, eine Organisation die die indigenen Völker aus allen Kontinenten vereinigt, rief die Regierungsvertreter vergeblich auf, Schutzmechanismen für die indigenen Rechte festzuschreiben. Florina Lopez vom Volk der Kuna in Panama stellte fest: "Wir sind entsetzt, weil die indigenen Völker Amerikas - insbesondere die indianischen Frauen - unter Wasserkraftwerken, Bergbau, Ölförderung und Biopiraterie leiden und

die Regierungen Richtlinien verabschieden wollen, die den Zugang zu unserem Wissen und unseren Ressourcen ohne unsere Zustimmung erlauben."

Alfred Ilenre von der afrikanischen Organisation Ethnische Minderheiten und Indigene Rechte sagte: "Wir sind besorgt über das Ignorieren von Zusammenhängen durch die Regierungen, wenn sie eine Entscheidung treffen und dabei die Rechte der indigenen Völker nicht mit einbeziehen. Zur gleichen Zeit wollen sie nicht, dass die Vereinbarungen zum freien Welthandel der WTO (Welthandelsorganisation) gestoppt werden, obwohl die ökonomische Globalisierung zum Tod von Millionen von indigenen Menschen, zum Verschwinden von mehr als 300 Sprachen und einem großen Teil des biologischen Reichtums dieser Welt führt."

Das IIFB fordert von den Regierungen die Anerkennung grundlegender Rechte, wie das Recht auf Land, auf Selbstbestimmung, auf Kontrolle über die biologischen Ressourcen und ihr traditionelles Wissen. Daüber hinaus wollen die Indigenen nicht als Interessengruppe, sondern als Inhaber von Rechten gelten.