Verbraucherzentrale fordert scharfe Kontrollen

Nitrofen-Skandal

Als Konsequenz aus dem Nitrofen-Skandal hat der Verbraucherzentrale Bundesverband die Verschärfung von Kontrollen sowie eine Aufnahme verbotener Pestizide in den staatlichen Überwachungsplan für Lebens- und Futtermittel gefordert. Verschärfte Kontrollen, erweiterte Meldepflichten sowie Transparenz für Verbraucher über betroffene Produkte sind die Kernforderungen eines 5-Punkte-Katalogs, den der Verband vorgelegt hat. Der Katalog ist von den Ernährungsfachleuten aller 16 Verbraucherzentralen bei ihrer Tagung in Erfurt erarbeitet worden.

Staatliches Lebensmittel-Monitoring auch auf Rückstände verbotener Pestizide solle ein Teil zur Lösung beitragen. Das gemeinsam von Bund und Ländern seit 1995 durchgeführte systematische chemisch-analytische Mess- und Beobachtungsprogramm müsse sofort um Tests auf die jeweils verbotenen Pflanzenschutzmittelrückstände ergänzt werden.

Die Kontrollen in der ökologischen Produktion seien außerdem zu lasch. Verbraucher müssen sich bei Öko-Produkten auf eine besondere Zusatz-Qualität verlassen können. Deshalb müsse es bei den Standardkontrollprogrammen zur Vergabe des Biosiegels eine Verpflichtung geben, auch eine bestimmte Anzahl konkreter Produktanalysen durchzuführen. Gegenwärtig werde in der Regel lediglich auf dem Papier geprüft. Außerdem werde zur Zeit nicht routinemäßig kontrolliert, ob im Bioanbau verbotene Substanzen eingesetzt werden. Gleichzeitig sei die staatliche Überwachung der Kontrollstellen in den Ländern zu verschärfen.

Lagerstätten für Futter- und Lebensmittel müssten bundesweit auf Altlasten und Unbedenklichkeit regelmäßig staatlich überprüft werden. Die Ergebnisse sollten in eine bundesweite öffentlich zugängliche Datenbank eingestellt werden.

Das gegenwärtig im Vermittlungsausschuss des Bundesrats liegende Verbraucherinformationsgesetz sollte auf jeden Fall verabschiedet werden. Der Gesetzentwurf sollte die Auskunftspflicht der Behörden einführen.

Auch die Bio-Anbieter müssten ihre Informationen über betroffene Produkte und Marken offen legen und veröffentlichen. Dazu gehört die Nennung aller betroffenen Produkte und Handelsmarken, insbesondere der Chargennummern sowie eine Auflistung der gesperrten Höfe und Betriebe. Des weiteren ist eine gesetzliche Verpflichtung der Lebensmittelunternehmen zur Meldung an die Behörden auch in den Fällen nötig, in denen das Produkt nicht den Vorschriften zum Schutz der Gesundheit entspricht und erste entsprechende Hinweise dem Unternehmen vorliegen.