Kinder und Umwelt nicht vernachlässigen

VCD fordert Kurswechsel in der Verkehrspolitik

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert in der Verkehrspolitik einen radikalen Kurswechsel. Nötig sei unter anderem ein Programm "Kinder im Verkehr", sagte VCD-Vorstandsmitglied Christoph Erdmenger am Montag in Berlin. Ebenso dringt der VCD für die kommenden Jahre auf einen Ausbau der Schienenwege und stärkeren Wettbewerb bei der Bahn. Erdmenger riet, von "Prestigevorhaben" wie dem Transrapid abzusehen und die Mittel in effizientere Maßnahmen wie neue Signaltechnik und das Ausmerzen von Langsamfahrstellen umzuleiten.

Zur Verringerung des Ausstoßes von CO2 setzt der VCD auf einen CO2-Grenzwert für Pkw. Ebenso sollten Dieselautos generell mit Rußpartikelfiltern angeboten werden, um die Krebsgefahr durch die Abgase zu verringen.

Eine künftige Bundesregierung müsse deutlich mehr Mut zur Umsetzung umweltverträglicher Konzepte aufbringen, unterstrich Erdmenger. Der alternative VCD sieht seine Vorstellungen am ehesten bei einer Fortsetzung der rot-grünen Koalition aufgehoben. Von einer schwarz-gelben Regierung sei dagegen "eher Unheil zu erwarten".

Der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen, attestierte der Bundesregierung in einer Bilanz der vergangenen vier Jahre "unter dem Strich ein langsames Umsteuern" zu umweltverträglicheren Konzepten. Positiv bewertete der Verkehrsexperte die Einführung von Ökosteuer und Lkw-Maut, deutlich höhere Investitionen für die Schiene und den Fahrradmasterplan. Ein dickes Minus gab es hingegen beim Flugverkehr, wo der Verband auf die

Einführung der Kerosinsteuer dringt. Ebenso sei die Novellierung des über 30 Jahre alten Fluglärmgesetzes gescheitert. Auch beim Straßenverkehrslärm würden die Probleme nicht konsequent angegangen, bemängelte Lottsiepen. Bei der Bekämpfung des am stärksten vernachlässigten Umweltproblems, dem Verkehrslärm, habe die Regierung "weitgehend versagt".