Kyoto-Protokoll Rückschau III

Klima - Umweltverbände erheben schwere Vorwürfe gegen Bush und US-Industrie

Internationale Umweltverbände wie Greenpeace und WWF haben US-Präsident George W. Bush aufgefordert, keinen Blockadedruck auf andere Regierungen gegen die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls auszuüben. Greenpeace erinnerte Bush am Dienstag in Bonn an sein Versprechen, sich gegenüber anderen Delegationen neutral zu verhalten. Eine Greenpeace-Sprecherin kritisierte zugleich, dass der US-Präsident gegenüber der amerikanischen Automobil- und Energieindustrie offensichtlich in der Pflicht stehe, deren finanzielle Wahlkampfunterstützung "politisch zurückzuzahlen". Die amerikanischen Konzerne setzten zudem bereits erkennbar ihre europäischen Tochterfirmen unter Druck, sich von einer klimafreundlichen Unternehmenspolitik zu distanzieren.

Die Umweltschutzorganisation WWF forderte die Delegationen des Bonner Weltklimagipfels auf, endlich ihre abwartende Haltung aufzugeben und zu substanziellen Fortschritten beim Klimaschutz zu gelangen. Die Leiterin der WWF-Klimakampagne, Jennifer Morgan, kritisierte, einige Länder seien am Montag sogar auf Hardliner-Positionen zurückgefallen anstatt konstruktive Vorschläge für einen Verhandlungserfolg vorzulegen. Im Vergleich zur letzten Klimakonferenz in Den Haag sei kein Fortschritt in den Positionen zu erkennen.

Japanische Umweltschützer berichteten, die Regierung in Tokio sei überrascht über das weltweit negative Echo auf die Äußerungen des japanischen Premierministers Junichiro Koizumi, der sich pessimistisch über einen Verhandlungserfolg in Bonn geäußert hatte. Alles hänge nun davon ab, ob Koizumi seine Delegation mit einem ausreichend großen Spielraum in Bonn ausstatte. Japan hat nach dem definitiven Ausstieg der USA eine Schlüsselrolle für die Annahme des Kyoto-Protokolls.

Am 17-07-2001

Klimagipfel in Bonn:

UN-Generalsekretär Kofi Annan setzt weiterhin auf eine Beteiligung der USA beim Klimaschutz. "Es ist meine aufrichtige Hoffnung, dass die Entscheidung der USA über Kyoto nicht unveränderlich ist", sagte Annan dem Bonner "General-Anzeiger" vom Mittwoch. Annan verwies darauf, dass die ablehnende Haltung von US-Präsident George W. Bush auch in den Vereinigten Staaten eine lebhafte Diskussion ausgelöst habe.

Annan bezeichnete den Klimawandel als eine "der schwerwiegendsten Herausforderungen, denen sich die Menschheit heute gegenüber sieht". Alle Staaten müssten einbezogen werden. Der UN-Generalsekretär fügte hinzu: "Keiner ist immun gegen diese Bedrohung." Er hoffe daher sehr auf einen Erfolg der Bonner Konferenz.

Mit einem "Klima-Appell" haben sich am dritten Tag der Weltklimakonferenz in Bonn Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland an die 180 Delegationen gerichtet. Die Aktion fand am Mittwoch auf einem Rheinschiff unter dem Motto "Die Klimapiraten entern das sinkende Schiff" statt. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne), der ursprünglich die Resolution entgegennehmen wollte, musste absagen, weil er am Vormittag mit dem Präsidenten der Weltklimakonferenz, Jan Pronk, zu Konsultationen zusammentraf.

Zu den Forderungen der 12- bis 16-jährigen Teilnehmer des Kindergipfels gehört der Ausbau von Bus- und Bahnverbindungen, ein besseres Fahrradwegenetz, die Besteuerung von Flugbenzin sowie die stärkere Förderung erneuerbarer Energien. Die Teilnehmer des letztjährigen Kinderklimagipfels hatten im Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gefordert, die Einnahmen der Ökosteuer für Umweltprojekte und den Klimaschutz zu verwenden.

Am 18-07-2001

Klimagipfel

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält eine Einigung auf der Bonner Weltklimakonferenz zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls noch für möglich. Ob ein Scheitern der Verhandlungen abgewendet werden könne, hänge von Japan ab, sagte die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen könne sich Japan eine Verweigerungshaltung nicht leisten. „Dies wäre ein Gesichtsverlust für die Glaubwürdigkeit der japanischen Politik“, sagte Zahrnt. Die anderen Staaten sollten dafür aber keine Zugeständnisse an die japanische Seite machen. Sie warnte zugleich die USA davor, „in die Rolle des ökologischen Schurkenstaates“ zu gelangen.

Nach Ansicht der BUND-Chefin könnten für eine Kompromisslösung auf der Konferenz die Reduktionsziele für Kohlendioxid (CO2) nach unten korrigiert werden. "Ein Erfolg wäre ein Ergebnis, dass die CO2-Emissionen verringert", sagte Zahrnt. Entscheidend sei, dass der internationale Klimaschutz weitergehe.

Die Bonner Weltklimakonferenz tritt am Donnerstag in ihre entscheidende Phase. Nach vorbereitenden Gesprächen auf Beamtenebene wollen die Umweltminister eine Annäherung in inhaltlichen Streitfragen erreichen und bis zum Sonntag eine Einigung erzielen.

Am 19-07-2001

Klimagipfel

Kanada, Japan, Australien und Russland haben im Streit um die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls einen neuen Vorschlag unterbreitet. Danach sollen Maßnahmen zum Schutz natürlicher Kohlendioxidspeicher wie Wälder und Agrarflächen mit den Staaten individuell ausgehandelt und in dem Protokoll festgehalten werden, sagten Delegationsvertreter der vier Länder am Donnerstag auf der Klimakonferenz in Bonn. Länder, die diese Maßnahmen der ersten Reduktionsperiode zwischen 2008 und 2012 geltend machen wollen, müssen zuvor angeben, wieviel CO2 sie darüber einsparen können. Diese Summe würde ihnen dann auf ihr Reduktionsziel angerechnet.

Kanada, Japan, Australien und Russland haben im Streit um die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls zur Reduzierung von Treibhausgasen einen neuen Vorschlag unterbreitet. Danach sollen Maßnahmen zum Schutz natürlicher Kohlendioxidspeicher wie Wälder und Agrarflächen mit den Staaten individuell ausgehandelt und in dem Protokoll festgehalten werden, sagten Delegationsvertreter der vier Länder am Donnerstag auf der Klimakonferenz in Bonn. Länder, die diese Maßnahmen der ersten Reduktionsperiode zwischen 2008 und 2012 geltend machen wollen, müssen zuvor angeben, wieviel CO2 sie darüber einsparen können. Diese Summe würde ihnen dann auf ihr Reduktionsziel angerechnet.

Als Maßnahmen zum Schutz der Senken gelten etwa Brandschneisen, die ein Abbrennen und damit ein frühzeitiges Freisetzen von Kohlendioxid verhindern sowie eine umweltschonende Art der Ackerbestellung. Die Anrechnung von Senken gilt als Knackpunkt des Kyoto-Protokolls, das seit Montag auf dem Bonner Klimagipfel behandelt wird. Die Umweltminister der rund 180 Vertragsstaaten werden von Donnerstag bis Sonntag die Hauptverhandlungen führen.

Kanada, Japan und Russland machten zugleich deutlich, dass für sie eine Ratifizierung des Kyoto-Protokolls nur mit einer Einigung bei dem umstrittenen Thema der Senken in Frage komme. Australien plädiert ebenfalls für die Anrechnung von Senken und Maßnahmen zu deren Schutz, will aber nach Angaben eines Delegationssprechers in der ersten Reduktionsphase nicht von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.Kanada wäre nach Angaben einer Delegationssprecherin bei einer Einigung über die Senken bereit, das Protokoll anzunehmen, Russland und Japan sehen noch Diskussionsbedarf in anderen Punkten.

Am 19-07-2001

Klimagipfel

Auf mehreren Kundgebungen haben am Donnerstag in Bonn Umweltschützer vor einem Scheitern des Weltklimagipfels gewarnt. Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände, Michael Prinz zu Salm-Salm, verlangte auf der Waldbauernkonferenz, dass die Klimaschutzfunktion der Wälder eine „zentrale Rolle im Abschlussprotokoll der Klimakonferenz erhält“. Die Umweltexpertin der PDS-Bundestagsfraktion, Eva Bulling-Schröter, warnte auf einer gemeinsamen Kundgebung mit der internationalen Umweltorganisation „risingtide“ vor einem „verhängnisvollen“ Scheitern des Bonner Gipfels.

Michael Prinz zu Salm-Salm wies auf der Veranstaltung im Wasserwerk, dem ehemaligen Plenarsaal des Bundestages, darauf hin, dass nachhaltig genutzte Wälder den Treibhauseffekt bremsen. Es dürfe keine weiteren „Naturschutzschikanen“ gegen die Forstwirtschaft geben.

Vertreter von „risingtide“, einem „dezentral außerparlamentarischen Netzwerk“ aus etwa 30 internationalen Gruppen, meinten, die Menschheit sei auf dem besten Weg, ihre Lebensgrundlage zu zerstören. Sie stellten an die Delegierten aus aller Welt die Forderung, die Treibhausgase so schnell wie möglich „um 60 Prozent zu vermindern“.

Die Waldbauern montierten am Rheinufer ein Holzhaus, das anschließend im Demonstrationszug unter dem Motto „Holzhaus statt Treibhaus“ auf einem Wagen von Pferden zum Konferenzort im Hotel Maritim gezogen wurde. Dort übergaben sie ein „Manifest“, in dem betont wurde, „dass der Ausstoß der schädigenden Klimagase und Luftschadstoffe drastisch reduziert werden muss“.

Die Umweltorganisation Greenpeace unterstrich, dass das Kyoto-Protokoll mit einer Senkung der Treibhausgase um rund fünf Prozent „höchstens ein Minimalkonsens" sei. Die Stadt Bonn hat 1.500 Demonstranten in Sporteinrichtungen und Schulen untergebracht.

Am 19-07-2001

Aktion gegen Ölmulti

Anlässlich der diesjährigen Jahreshauptversammlung von ExxonMobil in Dallas (USA) protestierten am Mittwoch 30 Greenpeace-Aktivisten vor der europäischen Esso-Zentrale in Hamburg. Mehrere Aktivisten kletterten in den frühen Morgenstunden auf das Dach des zehnstöckigen Hauses und ersetzten die beiden "S" im Logo des Konzerns durch Dollarzeichen. Zudem zeigten die Aktivisten Bilder über die ökologischen Folgen der Erdölförderung und entrollten ein Transparent mit der Aufschrift: "Esso: Maximaler Profit, Null Verantwortung". Greenpeace wirft dem weltgrößten Konzern ExxonMobil vor, Milliardengewinne aus dem Ölgeschäft auf Kosten der Umwelt zu erwirtschaften. Im Jahr 2001 erzielte ExxonMobil einen Gewinn von 15 Milliarden Dollar. Trotzdem weigere sich der Ölmulti, auch nur einen Dollar in zukunftsfähige Energien zu investieren.

"Ob unter dem Namen Exxon, Esso oder Mobil - diese Ölgesellschaft zerstört die Umwelt ohne Rücksicht auf Verluste und sabotiert den Klimaschutz", sagte Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid. So werde durch die Erdölgewinnung auf der russischen Insel Sakhalin der Lebensraum der letzten Grauwale bedroht, in Kamerun werde für eine Ölpipeline eine Schneise durch den Urwald geschlagen. ExxonMobil untergrabe zudem systematisch alle Anstrengungen, die Klimaerwärmung in den Griff zu bekommen. Die Lobbyarbeit des Multis trage maßgeblich dazu bei, dass die Bush-Regierung das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert. Exxons Einfluss reiche sogar soweit, dass der renommierte Klimawissenschaftler Dr. Robert Watson seinen Vorsitz beim internationalen Klimagremium (IPCC) verlor.

"10 Jahre nach Rio geht der rücksichtslose Raubbau an unseren Rohstoffen ungebremst weiter", konstatiert Smid. "Wir erwarten vom Treffen der internationalen Staatengemeinschaft in Johannesburg, dass den global operierenden Ölmultis mit strikten Regeln ein Riegel vorgeschoben wird. Diese Konzerne müssen ökologische und soziale Verantwortung übernehmen, in erneuerbare Energien investieren und sich eindeutig zum Klimaschutz bekennen."

Greenpeace-Kampagnen gegen ExxonMobil laufen zur Zeit weltweit in den USA, Kanada, England und Australien. Erst letzte Woche hatte Greenpeace eine Raffinerie in Frankreich für über 12 Stunden blockiert. ExxonMobil ist weltweit der größte Konzern. Allein im letzten Jahr machte der Ölmulti mit seinen Geschäften einen Umsatz von 213 Milliarden Dollar.

Am 29-05-2002

Regenerative Energien statt Klimakollaps gefordert

Zwei LKW-Ladungen Sperrmüll von Flutopfern in Dresden und Grimma haben 20 Greenpeace-Aktivisten am Mittwoch Morgen in Hamburg vor der Zentrale des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), dem deutschen Dachverband der Ölfirmen, abgekippt. Damit protestieren sie gegen die klimaschädliche Politik der Ölkonzerne Esso, Aral/BP, Shell und TotalFinaElf. "Ölkonzerne profitieren, Flutopfer verlieren" stand auf einem Transparent. Greenpeace fordert von den Konzernen finanzielle Soforthilfen für die Beseitigung der Schäden an Elbe und Donau. Zudem sollen die Ölmultis endlich in Solar- und Windenergie, Wasserkraft und Biomasse investieren.

"Die Ölmultis verdienen sich eine goldene Nase am Verkauf von Erdöl, und die Flutopfer müssen die Zeche zahlen", sagt Gabriela von Goerne, Klimaexpertin von Greenpeace. "In Wahrheit sind die Ölkonzerne mitschuldig an den Schäden an Elbe und Donau." Die Konzerne erwirtschaften Milliardengewinne durch den Verkauf von Öl und Benzin. Bei dessen Verbrennung im Heizkessel oder Motor entsteht das Treibhausgas Kohlendioxid, dessen Ausstoß das Klima erwärmt und zu häufigeren und heftigeren Dürren, Stürmen und Überschwemmungen führt. Der Klimawandel wird alltäglich spürbar, so die Umweltschützer: Flutwellen in Mitteleuropa und China, Dürren im südlichen Afrika.

"Wer mitschuldig ist, muss auch mit zahlen", sagt von Goerne. "Klimaschutz ist Katastrophenschutz. Es ist billiger, jetzt die erneuerbaren Energien auszubauen, als in den nächsten Jahrzehnten ständig die Schäden von Orkanen und Sintfluten zu beheben."

Der weltweit größte Ölkonzern Exxon Mobil, in Europa bekannt als Esso, untergräbt systematisch alle Anstrengungen, die Klimaerwärmung in den Griff zu bekommen. Von Exxon bezahlte Lobbyisten haben mit mehreren Schreiben die US-Regierung aufgefordert, in der Klimapolitik hart zu bleiben. Präsident George Bush will das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz weiterhin nicht ratifizieren und bleibt, wie von Exxon gewünscht, dem UN-Gipfel in Johannesburg fern.

"Ölkonzerne müssen für die Umweltschäden, die bei Produktion und Nutzung ihrer Produkte entstehen, zur Verantwortung gezogen werden", sagt von Goerne. Auf dem UN-Weltgipfel in Johannesburg sollen die Regierungen deshalb beschließen, dass die UN bis 2005 eine Rahmenvereinbarung für ein globales Umwelthaftungsrecht schaffen soll, die die Staaten dann umsetzen.

Am 28-08-2002

Vorbild für andere Inselstaaten?

Der Südsee-Staat Tuvalu hat beim Weltgipfel in Johannesburg bekanntgegeben, dass er eine Klage gegen die USA und Australien wegen ihrer Klimapolitik erwägt. Der Inselstaat besteht nur aus neun flachen Korallenatollen, deren höchste Erhebung vier Meter über dem Meeresspiegel liegt. Das Land umfasst in seiner Gesamtfläche nur knapp 30 Quadratkilometer.

Der Finanzminister Tuvalus, Bikenibeu Paeniu, meinte bei seiner Rede in Johannesburg, dass der Kampf des kleinen Inselstaates die einzige Möglichkeit sei, sein Land vor dem Untergang zu retten. Tuvalu ist außerdem auf der Suche nach weiteren Klägern, denn auch andere Inselstaaten in der Karibik, im Indischen Ozean und im Pazifik sind vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht. Australien und die USA haben sich geweigert das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen.

Am 30-08-2002

Mineralölkonzerne und Klimazerstörung

International tätige Ölkonzerne können langfristig Gewinne erwirtschaften, wenn sie jetzt in Klimaschutz investieren. Das ist das Ergebnis der Studie "Mineralölkonzerne und Klimazerstörung", die Greenpeace jetzt in Hamburg veröffentlicht hat. Demnach müssen Ölkonzerne ihre Investitionen in erneuerbare Energien umlenken, statt weiter Öl und Gas zu fördern. Greenpeace fordert, dass sich Ölkonzerne in vergleichbarer Weise ihrer Verantwortung zur Senkung der weltweiten Treibhausgas-Emissionen stellen, wie es die Industriestaaten im Klimaschutzabkommen von Kyoto getan haben.

Die Greenpeace-Studie belege, dass eine alternative Energiewirtschaft technisch möglich und von der Mineralölindustrie finanzierbar ist. Die Autoren der Studie sind Edda Müller (Verbraucherzentrale Dachverband), Joachim Nitsch (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) Hans-Joachim Ziesing (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) und als Projektleiter der Studie Hans-Jochen Luhmann vom Wuppertal Institut.

Von den Kohlendioxidemissionen der OECD-Länder stammten 1990 über die Hälfte aus dem Verbrauch von Mineralölprodukten. Diese Zahl mache die besondere Verantwortung der Mineralölhändler und Verarbeiter deutlich. Der finanzielle Umsatz der zehn weltgrößten Mineralölkonzerne belief sich im Jahr 2001 auf 992 Milliarden US-Dollar. Davon kassierten die vier größten - Exxon Mobil, Shell, BP und Totalfina Elf - 67 Prozent.

BP und Shell hätten die Zeichen der Zeit inzwischen erkannt und seien in die Solarenergiebranche eingestiegen, um sich auf das Ende der Ölvorräte einzustellen. So sollten sich alle Mineralölkonzerne zu ihrer Klimaverantwortung bekennen. Die Autoren der Studie schlagen vor, dass die Konzerne durch Investitionen in erneuerbare Energien bis 2012 fünf Prozent weniger Klimagase ausstoßen, das wären 120 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr.

Am 05-12-2002

Russland hat den Schlüssel

Umweltorganisationen äußerten sich nach dem Ende der UN-Klimakonferenz am heutigen Freitag zwiegespalten. Der WWF begrüßte die Ergebnisse. Die internationale Staatengemeinschaft habe "Flagge gezeigt, dass sie zum Kioto-Protokoll, dem einzigen internationalen Vertrag zum Klimaschutz" stehe, so die Organisation. Gerde die Übereinkünfte zur Kohlenstoffspeicherung, den so genannten "Senken-Projekten" im Clean Development Mechanism (CDM)seien als Erfolge zu werten. Dagegen forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Bundesregierung auf, Russland zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls zu drängen. Sogar den USA sei es nicht gelungen, die Verhandlungen zu behindern. Das Land verschenke so seine Chance zum Aufbau einer modernen Energieversorgung. "Durch das Kyoto-Protokoll würden Investitionen und effiziente Technologien nach Russland gelockt.", so Gerhard Timm, BUND- Bundesgeschäftsführer.

Auch der WWF fordert Russland zur Ratifizierung auf. "Das Kioto-Protokoll steht jetzt auf einem soliden Fundament. Das Haus ist fertig gestellt, und Russland hält den Schlüssel in seinen Händen. Alles was wir nun brauchen ist, dass Russland die Tür öffnet", so Alexey Kokorin, Leiter des russischen WWF-Klimaprogramms. Der CDM ist einer der flexiblen Mechanismen im Kioto-Protokoll, mit dem Industrieländer ihre Emissionsverpflichtungen durch Projekte in Entwicklungsländern erfüllen können. Zu begrüßen sei auch nachdrücklich, dass auf der zu Ende gehenden Konferenz unter anderem Deutschland, die Philippinen und Großbritannien den Schwellenwert der Klimaerwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts zwei Grad Celsius öffentlich unterstützten.

Dagegen kritisiert der BUND, den Beschluss, das Anpflanzen von Monokultur-Wäldern und gentechnisch veränderten Bäumen als Klimaschutz-Maßnahme anzuerkennen. Die Bundesregierung solle sich verpflichten, derartige Schlupflöcher nicht zu nutzen. Die für 2004 in Bonn geplante Welt-Konferenz für erneuerbare Energien werde neuen Schwung in die internationalen Verhandlungen bringen.

Auch das im Koalitionsvertrag angekündigte Ziel, die deutschen Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken, sei ein wichtiges Zeichen. Denn mit dem Kyoto-Protokoll könne lediglich ein noch stärkerer Anstieg der Emissionen gestoppt werden. Langfristiges Ziel müssten weltweit gleiche Obergrenzen für die Pro- Kopf-Emission von Treibhausgasen sein, damit die Belastung des Klimas auf ein verträgliches Maß abgesenkt werden könne. Dies würde in den Industrieländern eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von mindestens 80 Prozent bis 2050 erfordern.

"Wenn die Bundesregierung weiter international für den Klimaschutz werben will, muss sie zeigen, dass sie ihre Versprechen halten kann. Ihr Schweigen zum bisherigen Ziel, die CO2-Emissionen bis 2005 um ein Viertel zu reduzieren, verheißt nichts Gutes.", so Daniel Mittler, BUND-Klimaexperte. Statt konsequentem Klimaschutz propagiere sie überzogene Straßenbaupläne und subventioniere weiter den "Klimakiller Steinkohle".

Der BUND forderte von der Bundesregierung ein neues Klimaschutzprogramm, das die bis 2020 notwendigen Maßnahmen festlegt. Vor allem in den Bereichen Energie, Verkehr und Finanzen seien drastische Veränderungen notwendig. Außerdem dürften der Industrie beim geplanten Emissionshandel keine Schlupflöcher zugestanden werden.

Am 12-12-2003

Schutz des Weltklimas

Im Rahmen der europaweiten Kampagne "ZOOM - Auf Kinderfüßen durch die Welt" haben Kinder aus 15 Ländern 544.008 Grüne Meilen zum Schutz des Weltklimas gesammelt. Grüne Meilen gab es für Alltagswege, die umweltfreundlich - also zu Fuß, mit Fahrrad und Roller oder mit Bus und Bahn - zurückgelegt wurden. Mehr als 80.000 Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren haben bei den ZOOM-Aktionswochen mitgemacht und Grüne Meilen gesammelt. Mit ihrem Beitrag zum Klimaschutz begaben sich die Kleinen gemeinsam auf eine symbolische Reise zur UN-Klimakonferenz der Großen in Mailand. Den Weg von Brüssel über Kyoto nach Mailand können die Kinder mit den gesammelten Grünen Meilen rund zwanzig mal zurücklegen!

Zwei Tage vor dem sechsten Geburtstag des Kyoto-Protokolls, am 9. Dezember, übergab eine Delegation von rund 200 Kindern aus Italien sowie 10 österreichischen Kindern stellvertretend für alle TeilnehmerInnen die Grünen Meilen an Artur Runge-Metzger von der Europäischen Kommission für Umwelt. Die Kinder berichteten von ihren Erfahrungen und Entdeckungen während der Aktionswochen und zeigten Bilder ihrer Alltagswege. Sie machten ihrem Ärger über den stinkenden und lauten Straßenverkehr Luft und sprachen über ihre Sorge um das Weltklima. Immer wieder forderten sie die Politiker auf, mehr für den Schutz des Klimas zu tun, da sie, die Erwachsenen von morgen, nicht unter den Folgen des Klimawandels leiden wollen.

Runge-Metzger dankte den Kindern für ihren enormen Einsatz und beglückwünschte sie zu der gigantischen Anzahl Grüner Meilen. Er versprach, sie als Beitrag der Kinder Europas zur Erfüllung des EU-Klimaschutzprogramms in die Klimaverhandlungen einzubringen. Außerdem bat er die Kinder, den Erwachsenen auch weiterhin ein gutes Vorbild zu sein und sie davon zu überzeugen, dass es oft nicht nur sinnvoller, sondern auch viel spannender ist, Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Zum Abschluss der Kampagne bedankte sich Edwin Vásquez, indigener Vorstand des Klima-Bündnis aus Peru, bei den Kindern und erklärte, dass sie heute, stellvertretend für alle fleißigen Meilensammler, eine Hochzeit mit der Natur eingegangen seien. Diese Verbindung verpflichte sie, auch weiterhin ihr Bestmögliches zum Schutz des Weltklimas zu leisten.

Die europaweite Kampagne "ZOOM - Auf Kinderfüßen durch die Welt" wurde vom Klima-Bündnis europäischer Städte gemeinsam mit Verkehrsclub Deutschland (VCD) und europäischen Partnern durchgeführt. In Deutschland wurde sie von OBI unterstützt.

Am 19-12-2003

Apocalypse soon

"Die Menschheit befindet sich auf einem gefährlichen Weg: Bis an die Grenze belastete Ökosysteme, extreme Machtungleichgewichte, immer größere Unterschiede zwischen Arm und Reich, ein rasant wachsendes Wachstum der Weltbevölkerung, Hass und Terror", so Prof. Dr. Dr. Radermacher, Mitgründer der weltweiten Global Marshall Plan Initiative und Mitglied des Club of Rome zu den aktuell veröffentlichten Pentagon-Szenarien. Sie lassen befürchten, dass sich die USA, die nicht dem Kyoto-Vertrag beigetreten sind und eine erhebliche Ausweitung ihres Öl- und Gasverbrauchs bis zum Jahr 2020 planen, angesichts von Flutkatastrophen, Hungersnöte und Kriege um die Ressourcen als Festung einmauern werde, um die Flut der Notleidenden abzuwehren.

Prof. Dr. Dr. Radermacher hat die jetzt vom Pentagon diskutierten Szenarien bereits in seiner Veröffentlichung "Balance der Zerstörung - ökosoziale Marktwirtschaft als Schlüssel zu einer weltweiten nachhaltigen Entwicklung" vorweggenommen: in Form von Szenarien, die aus unregulierten, marktfundamentalistischen weltökonomischen Prozessen sowie aus einer ressourcendiktatorischen Politik des Nordens resultieren. Diese Entwicklung sei spätestens seit dem 11. September 2001 die dominierende Außenpolitik der USA, so Radermacher.

Der Preis für diesen Weg sei im Nahost zu beobachten. Eine mit Nachhaltigkeit verträgliche Zukunft habe nur dann eine Chance, wenn man rasch umsteuere und das Prinzip einer Ökosozialen Marktwirtschaft verfolge, warnt Radermacher. Es ersetze Freihandel und Marktfundamentalismus durch eine adäquate Ordnung der ökonomisch-gesellschaftliche Prozesse, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind und auf Konsensprinzipien beruhen. Im Zentrum stehe dabei ein "Weltvertrag, d.h. eine Co-Finanzierung von Entwicklung durch die reiche Welt gegen die Bereitschaft ärmerer Länder, Standards im Umwelt- und Sozialbereich zu akzeptieren", so Radermacher. Diese Formel sei "das Geheimnis hinter den derzeit stattfindenden EU-Erweiterungsprozessen".

Am 04-03-2004

Wissenschaft

Die Quintessenz zweier ausführlicher Gutachten für das Umwelt- und Verkehrsministerium Baden-Württemberg von Prof. Lutz Wicke und Prof. Jürgen Knebel lautet: "Nur durch eine Ausweitung und Verbesserung des Europäischen Klimagas-Zertifikatehandels und eine strukturelle Änderung des Kyoto-Protokolls in ein Globales Klimazertifikate System (GCCS) ist der Marsch in die Klimakatastrophe noch zu verhindern!" Beide lehren das Wahlpflichtfach "Umweltmanagement" an der ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin.

In ihren Gutachten führen sie aus: Der Vergleich der unbestreitbaren Prognosen des größten und fundiertesten Klima-Wissenschaftlergremiums Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und der Internationalen Energieagentur (IEA) lässt nicht den geringsten Zweifel: Die Menschheit steuert direkt in die Klimakatastrophe hinein!

Leider agiere die kostenträchtige deutsche Klimapolitik in einem weitgehend unwirksamen Weltklimaschutzsystem, in dem sie keinen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann! Noch gebe es einen Ausweg: Mit einem marktwirtschaftlichen, weltweit wirkenden Anreizsystem mit globalen Klima-Zertifikaten auf Basis von Kyoto sei die Klimakatastrophe noch vermeidbar!

Unter anderen auf Basis der (gemischten) Erfahrungen mit dem europäischen Emissionshandelssystem wurde das GCCS gründlich bis zur 'prinzipiellen Anwendungs-reife' entwickelt. Unabhängig von den wichtigen Anstrengungen zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls - alle Beteiligten müssen 'Klartext' sprechen: Ohne eine "strukturelle Änderung" dieses Protokolls (spätestens ab 2013) seien alle teuren Klimaschutz-Anstrengungen nur ein "Tropfen auf den heißen Stein" beim Kampf gegen die gefährlichen Störungen des Klimasystems und dann - leider - vergeblich! Mit dem GCCS kann und muss dieser Zustand geändert werden.

Am 23-03-2004

Kyoto als Anfang

Das Klimaschutzabkommen von Kyoto, das am Donnerstag in Kraft tritt, ist für die Greenpeace-Jugendlichen erst der Anfang eines wirkungsvollen Klimaschutzes. Zum Festakt errichteten daher 30 Greenpeace-Jugendliche in Bauarbeiter-Montur vor dem Alten Rathaus in Bonn ein Fundament aus Ytongsteinen für die vom Klimawandel bedrohte Erdkugel. Die Steine sind versehen mit den Flaggen der Staaten, die das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben. In dem Fundament klafft eine große Lücke: Der Stein der USA liegt daneben - das Land verweigert sich nach wie vor der einzigen internationalen Anstrengung, den Klimawandel aufzuhalten.

Den Stein für Deutschland fügt Bundesumweltminister Jürgen Trittin persönlich in das Fundament ein. Doch die Baustelle soll Trittin und allen anderen Politikern bewusst machen, dass das Kyoto-Abkommen nur ein erster Startschuss ist und der Klimaschutz dringend weiter entwickelt werden muss.

"Es ist unsere Zukunft, die auf dem Spiel steht", sagt Tobias Madrè, 19 Jahre, aus der Greenpeace-Jugendgruppe Bonn. "Um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden, muss weit mehr getan werden, als nur das, was im Kyoto-Protokoll vereinbart ist." Und Pirkko Bell, 18 Jahre, auch aus Bonn, fügt hinzu: "Der Klimawandel hat längst begonnen. Anstatt sich selber auf die Schultern zu klopfen, gilt es, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken - weitere Schritte für den Klimaschutz müssen folgen."

Daher fordert Greenpeace zum Festakt im Bonner Rathaus, was zur Rettung des Klimas getan werden muss: Die Industriestaaten müssen ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent senken. Die USA, die mehr als ein Viertel der weltweiten klimaschädlichen Treibhausgase verursachen, sollen dem Klimaschutzabkommen beitreten.

Vor dem Austritt aus dem Kyoto-Protokoll im Jahr 2001 hatten sich die USA verpflichtet, ihren Ausstoß an Klimagasen bis 2012 um sieben Prozent zu verringern. Stattdessen stieg der Ausstoß bislang um 16 Prozent. Mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls durch Russland im Oktober letzten Jahres kann das Klimaschutzabkommen heute in Kraft treten. Damit ist das einzige international verbindliche Regelwerk zur Verringerung der Klimagase endlich rechtskräftig. Greenpeace appelliert an alle Staaten, die das internationale Klimaschutzabkommen unterzeichnet haben, weitergehende Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgase jetzt anzupacken.

Am 17-02-2005

Enttäuschung über Poznan

Die Beschlüsse des EU-Klimagipfels in Brüssel und der UN-Klimakonferenz in Poznan (Posen) sind bei Umweltverbänden und Politikern auf heftige Kritik gestoßen. Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU hatten das Ziel erneuert, bis 2020 die CO2-Emmissionen um 20 Prozent zu senken. Bis 2020 soll zudem der Anteil an erneuerbaren Energien auf 20 Prozent angehoben werden. Schließlich wird eine Senkung des Energieverbrauchs um 20 Prozent im gleichen Zeitraum angestrebt. Vergünstigungen wie zusätzliche Zertifikate im Umfang von zwölf Prozent sollen die osteuropäischen Länder erhalten. Auch Deutschland setzte für energieintensive Industrien "Vergünstigungen" durch - zu Lasten des Klimaschutzes. So sollen Industrien wie Stahl, Aluminium oder Zement mit reduzierten Anforderungen belegt werden. Chris Methmann vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac warf den verantwortlichen Politikern Versagen vor. Klimawandel und Finanzkrise hätten im Kern dieselbe Ursache: eine forcierte Liberalisierung der Märkte, die eine demokratische Kontrolle der Wirtschaft verhindere - "auf Kosten der Menschen und der Umwelt hier und weltweit". Wer Klimaschutz und ökonomische Stabilität gegeneinander ausspiele, werde weder die Wirtschafts- noch die Klimakrise lösen, so Methmann.

Zur Konferenz in Poznan erklärte die Umweltorganisation BUND am Freitag (12. Dezember), das Treffen sei eine verpasste Chance im "Kampf" gegen die globale Erderwärmung gewesen. Die Industriestaaten hätten ihre Verantwortung für den globalen Klimaschutz nicht wahrgenommen und es versäumt, den Entwicklungsländern ausreichende Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels zuzusichern, kritisierte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Als "zurechtgestutzten" und "windelweichen" Beschluss wertete Greenpeace das EU-Klimapaket. Europa habe sich auf den kleinsten Nenner geeinigt und sei "engstirnigen Industrieinteressen einzelner Mitgliedsstaaten" gefolgt, sagte Klimaexperte Karsten Smid. Er rügte, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei zum "verlängerten Arm der Energieindustrie" geworden.

Die Vereinbarungen zum Emissionshandel ähnelten durch die Ausnahmeregelungen einem Schweizer Käse, sagte Grünen-Chef Cem Özdemir zu den Brüsseler Beschlüssen. Indem Merkel den Umweltschutz zu einem Modernisierungshindernis erkläre, sichere sie keine Arbeitsplätze.

Auch der Europa-Abgeordnete Herbert Reul (CDU) kritisierte die Reform des Emissionshandels als "Sammelsurium von Ausnahmeregelungen". Eine klare Linie sei nicht erkennbar.

Helmut Scholz, Vorstandsmitglied der Europäischen Linken, forderte einen "kompromisslosen Einsatz für den Klimaschutz". Er bezeichnete die Politik der EU in Brüssel als ignorant, weil sie trotz allen Warnungen über den realen Zustand der Erde an einer Politik festhalte, die nur an Profit und Wachstum orientiert sei.

Gelobt wurde der Brüsseler Beschluss von der deutschen Industrie. Das Klimapaket der EU sei eine gute Grundlage für ein nationales Wachstumspaket, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Werner Schnappauf.

Lob kam auch von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sei ein klimaschutz- und industriepolitisch "gutes Ergebnis" erzielt worden. Kritisch sieht Gabriel die Vereinbarungen der Klimakonferenz in Poznan. Es sei "niemandem mehr zu erklären", warum sich Russland, Australien und Japan immer noch den wissenschaftlichen Erkenntnissen verwehrten, dass man den CO2-Ausstoß um 25 bis 40 Prozent reduzieren müsse.

Die Konferenz in Poznan war nur als Zwischenstation auf dem Weg zum Klimatreffen von Kopenhagen in einem Jahr angelegt. Dort soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Klimaprotokoll vereinbart werden.

Am 12-12-2008