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Auch deutsche Tierhalter gefährden Artenvielfalt

Artenschutzkonferenz in Santiago de Chile

Deutschland ist einer der größten Absatzmärkte für exotische Heimtiere weltweit - und damit mitverantwortlich für die drohende Ausrottung immer neuer Arten. Auf der kommenden Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens vom 3. bis15. November in Santiago / Chile liegen Anträge für eine stärkere Unterschutzstellung von vier Papageien, diversen Schildkröten und Chamäleons, Geckos, Fröschen und Seepferdchen vor. "Für viele exotische Wildtiere ist Deutschland ein wichtiger Absatzmarkt. So mancher Tierhalter hierzulande hat durch den Kauf von Wildfängen zur drohenden Ausrottung dieser Arten beigetragen", kritisiert Daniela Freyer von Pro Wildlife. Vor allem die einzigartige Tierwelt Madagaskars steht im Fokus des Tierhandels.

"Millionen Wildtiere werden jährlich der Natur entrissen und landen über Zoogeschäfte, Gartencenter, Tierbörsen oder das Internet in deutschen Haushalten. Die Folgen für die Bestände in der Natur sind oft fatal", betont die Biologin Freyer. Auf der kommenden Artenschutzkonferenz liegen z.B. folgende Anträge zu Arten vor, die auch in Deutschland sehr begehrt sind: Blaukopfara (Ara couloni, Südamerika), Gelbnacken-Amazone (Amazona auropalliata, Zentralamerika), Flachrückenschildkröte (Pyxis planicauda, Madagaskar), Stummelschwanzchamäleons (Brookesia spp., Madagaskar), Grüne Baumgeckos (Hoplodactylus spp., Naultinus spp.), Seepferdchen (Hippocampus spp., tropische Mangrovengewässer).

Für Pro Wildlife sind angesichts der Mitverantwortung Deutschlands als bedeutender Absatzmarkt für exotische Heimtiere Schritte auf zwei Ebenen überfällig: "Zunächst gilt es, den Schutz dieser Arten auf der WA-Konferenz und somit weltweit durchzusetzen. Doch auch die Bundesregierung ist gefragt, den Heimtierhandel auf nationaler Ebene so zu regulieren, dass die Gefährdung immer neuer Arten verhindert wird", so die Pro Wildlife-Sprecherin abschließend.