Merz unterstützt Grünen-Vorstoß gegen Trend zur Frühverrentung

Zuviel junge Rentner

Nach den Grünen ist nun auch der Union der anhaltendeTrend zur Frührente ein Dorn im Auge. Unions-Fraktionsvize-Friedrich Merz (CDU) mahnte am Montag, die Zeit zwischen Berufs- und Renteneintritt dürfe nicht immer kürzer werden. "Wenn nur noch ein Drittel der Menschen in diesem Lande arbeitet, das andere Drittel in der Ausbildung und das letzte Drittel in der Rente ist, dann müssen wir wissen, dass wir dieses System nicht weiter finanzieren können", sagte Merz. Am Wochenende hatte sich Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel dafür ausgesprochen, mit Abschlägen dem Trend entgegenzuwirken, dass immer mehr Menschen schon mit 60 Jahren oder jünger in Rente gehen. Der Präsident des Sozialverbandes VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, sagte dagegen, es gehe an der Wirklichkeit vorbei, Frühverrentung allein durch Rentenkürzungen verhindern zu wollen.

"Was soll ein Arbeitnehmer machen, der mit 58 Jahren vor die Werkstür gesetzt wird", fragte Hirrlinger. Er rief die Arbeitgeber auf, ihre Mitarbeiter über das 60. Lebensjahr hinaus zu beschäftigen. Solange mehr als die Hälfte der Firmen keine Arbeitnehmer über 50 Jahre mehr beschäftigten und sich damit auf Kosten der Rentenkassen sanierten, lasse sich das Problem der Frühverrentung nicht lösen.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) plädierte dafür, das Renteneintrittsalter nach hinten zu verschieben. BDI-Präsident Michael Rogowski unterstrich, ein frühzeitiger Ausstieg aus dem Berufsleben sei unbezahlbar. Er hoffe deshalb, dass der Wirtschaftsweise Bert Rürup und seine Sozialreformkommission "diese Wahrheit bald auf den Tisch legen" werde.