Mit Pflanzenöl im Traktortank den Acker bestellen

Alternativer Kraftstoff

Auf einer Tagung zogen Wissenschaftler von der Universität Rostock Zwischenbilanz eines 100-Pflanzenöl-Traktoren-Programms. Dazu erklärt Hans-Josef Fell, Vorstandsmitglied der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe: "Das 100-Pflanzenöl-Traktoren-Programm läuft gut. Die Ergebnisse übertreffen sogar die Erwartungen." Die Tagung fand sehr große Resonanz unter Unternehmern, Landwirten und Verbänden. Seit zwei Jahren werden Traktoren mit Pflanzenölkraftstoff wie Rapsdiesel getestet. Mittlerweile wurden 110 Traktoren auf Pflanzenölbetrieb umgerüstet.

Sowohl die meisten Unternehmen als auch Wissenschaftler der Universität Rostock und der Projektträger des Verbraucherschutzministeriums, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, seine mit den Ergebnissen zufrieden.

Besonders erfreulich sei, dass fast alle Umrüstkonzepte ihre Praxistauglichkeit bewiesen haben. Einer Fortsetzung und Erweiterung des Programms steht daher technisch nichts im Wege. Schwächen zeigten sich hingegen noch bei der Rapsölqualität. Die Rapsölqualität soll jetzt schnell im Rahmen einer Normierung vereinheitlicht und verbessert werden. Noch dieses Jahr soll auch ein Traktor mit Leindotteröl getestet werden, das im ökologischen Mischfruchtanbau gewonnen wurde.

Um die technische Entwicklung und Markteinführung der Pflanzenöltraktoren weiter voranzutreiben, sollte nach Meinung der Projektgruppe die Bundesregierung möglichst bald ein 1000-Pflanzenöl-Traktorenprogramm auflegen. Darüber hinaus gelte es, eine langfristige Option für die Umstellung des gesamten landwirtschaftlichen Fuhrparks auf Biokraftstoffe zu entwickeln.

Biodiesel böte mehrere Vorteile: Der Bauer könne selbst den Treibstoff für seine Geräte anbauen, es würden nachwachsende Rohstoffe verwendet statt fossilem Erdöl, das den Treibhauseffkt anheizt, und schließlich gefährde Bioöl bei einem Motorleck nicht den Boden und das Grundwasser.