Gesetzliche Krankenkassen kritisieren Gesundheitsreform

Keine Erleichterungen

Die gesetzlich Krankenkassen werden nach Ansicht der Ersatzkassen von der geplanten Gesundheitsreform kaum profitieren. Einschließlich der Herausnahme des Krankengeldes aus der paritätischen Finanzierung würden die Arbeitgeber durch die Reform um 0,9 Beitragssatzpunkte, die Arbeitnehmer jedoch nur um 0,2 Punkte entlastet, kritisiert der Verband der Angestellten-Krankenkassen (VDAK). Auch werde die Kosteneneinsparung lediglich 10,4 anstatt 13,3 Milliarden Euro betragen.

Darüber hinaus müssten die Versicherten wegen der erhöhten Zuzahlungen und privat finanzierten Leistungen sechs Milliarden Euro mehr aufbringen. So könne von einer spürbaren Entlastung des Beitragssatzes für alle keine Rede sein. Die Vorsitzende des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen (VDAK), Margret Mönig-Raane forderte dazu auf, die Selbstverwaltung der Ersatzkassen zu stärken, anstatt sie durch gesetzgeberische Maßnahmen zu schwächen. So blockiere das geplante „Zentrum für Qualität in der Medizin“ die notwendigen Entscheidungsprozesse und produziere nur mehr Bürokratie und Kosten.

Sie warnte außerdem davor, weitere Leistungen aus dem Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung herauszunehmen. Vielmehr müssten Überversorgung, Fehlversorgung und Qualitätsmängel abgebaut werden. Begrüßenswert seien dagegen die größeren Freiheiten in der Vertragsgestaltung mit den Ärzten, die bereits geplant sind.