Erstes Hausarztmodell spart Patienten 20 Euro und Wartezeit

AOK Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt startet am 1. Juli das erste landesweite Hausarztmodell in Deutschland. Damit nutzten die Ärzte und die AOK Sachsen-Anhalt "als erste die Chancen der Gesundheitsreform zur Verbesserung der medizinischen Versorgung" durch ein solches Modell, sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am Freitag in Berlin.

Ein Sprecher Schmidts verwies darauf, dass mit der in der Gesundheitsreform vorgesehenen "hausarztzentrierten Versorgung" die "Lotsen- und Koordinierungsfunktion" des Hausarztes gestärkt werde. Sofern die bei dem Modell eingeschriebenen Patienten am Anfang eines Jahres 20 Euro überweisen, sind sie den Angaben zufolge für das restliche Jahr von der Praxisgebühr befreit, sparen also maximal 20 Euro. Auch werde ihnen zugesichert, dass sie nach Anmeldung in der Praxis nicht länger als 30 Minuten warten müssen.

Alle teilnehmenden Hausärzte würden zudem einen "definierten Mindest-Qualitätsstandard in ihrer Praxis vorhalten" und sich verpflichten, etwa über Fortbildungsmaßnahmen "ihre hausärztliche Kompetenz noch einmal zu verbessern", erläuterte der Sprecher weiter. Bei dem Modell liefen alle Befunde etwa von Fachärzten und sonstigen Leistungserbringern beim Hausarzt zusammen. Dieser habe damit einen "gesicherten Überblick" über den Krankheitszustand der Patienten und der gesamten Therapie einschließlich der verschriebenen Medikamente.