Windpocken-Impfung jetzt für alle Kinder empfohlen

Ständige Impfkommission

Die Impfung gegen das Windpocken-Virus gehört ab sofort zum Routine-Impfprogramm. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin empfiehlt den Impfschutz jetzt für Kleinkinder zwischen dem vollendeten 11. und vollendeten 14. Lebensmonat. Zusätzlich sollen alle ungeimpften und noch nicht an Windpocken erkrankten Kinder und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr die Impfung gegen Windpocken schnellstmöglich nachholen.

Der Arzt kann die Immunisierung zeitgleich mit der ersten oder zweiten Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln vornehmen. Für Kinder und Eltern kommt durch die gleichzeitige Gabe der beiden Impfungen kein weiterer Termin beim Doktor hinzu. Die Empfehlung der Impfung schon im frühesten Kindesalter verdeutlicht, dass es sich bei Windpocken nicht um eine harmlose Kinderkrankheit handelt. Jährlich sind in Deutschland über 5,5 Prozent aller an Windpocken erkrankten Kinder von komplizierten Krankheitsverläufen betroffen. Neun von zehn an Windpocken Erkrankten sind Kinder unter zwölf Jahren.

Besonders häufig kommt es zu Infektionen der aufgeplatzten oder aufgekratzten Windpocken durch Bakterien. In vielen Fällen rufen diese Narbenbildungen hervor. Die Entzündung kann jedoch auch auf tieferliegende Gewebeschichten übergehen und schwere bis lebensbedrohliche Erkrankungsverläufe nach sich ziehen. Seit Sommer 2004 ist der Impfstoff VARIVAX in Deutschland erhältlich. Er bietet hochwirksamen und langanhaltenden Schutz gegen Windpocken. Die Impfung ist schnell und einfach möglich: Mit nur einer Injektion sind Kinder gegen die Infektionskrankheit geschützt. Für Erwachsene und Kinder ab dem vollendeten 13. Lebensjahr ist zum Aufbau des Impfschutzes vier bis acht Wochen nach der ersten Impfung eine zweite Impfung notwendig.