Deutscher Elektrizitätsverband möchte offenbar Erneuerbare Energien bremsen

Gegen Abnamegarantie

Der Verband der Deutschen Elektrizitätswirtsschaft (VDEW) will offenbar den Ausbau der erneuerbaren Energien bremsen. Aus einem internen Papier des Verbandes geht hervor, dass der "Projektkreis Regenerative Energien" beim VDEW am liebsten das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) austauschen würde. Ein "Risiko" des Gesetzes ist nach Einschätzung des Kreises, dass durch hohe Entlohnung der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert werde. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und der Bundesverband Windenergie(BWE) äußerten scharfe Kritik. Die Empfehlungen des Projektkreises und die Initiative des VDEW dienten einzig und allein den großen Stromkonzernen, die im VDEW vertreten seien. Demnach würden beispielsweise die Abnahmegarantie sowie der staatlich gesichterte Preis für regenerativen Strom wegfallen. Jeder kleine Bauer mit Solaranlage müsste sich dann selbst einen Abnehmer für seinen Strom suchen und den Preis aushandeln, falls er einen Käufer fände. In Deutschland arbeiten zur Zeit 130.000 Menschen im Bereich der regenerativen Energien, 90.000 davon im Stromsektor.

Nach Auskunft von BWE und BEE steigt der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Strommarkt jedes Jahr um etwa ein Prozent. In diesem Anstieg und dem damit verbundenen Verlust bei den fossilen Energieträgern sehen die Verbände das Motiv des VDEW.

Das vom VDEW-Projektkreis vorgeschlagene "Integrationsmodell" sieht ein Bonussystem und Zertifikate vor. Es beinhaltet ausdrücklich den Wegfall der Abnamegarantie, die durch das EEG eingerichtet wurde.

Ralf Bischof vom BWE betonte, die Kleinproduzenten hätten überhaupt kein Druckmittel, um mit einem der deutschen Stromriesen über den Preis zu verhandeln. Sie müssten aber andererseits langjährige Abnahmeverträge vorweisen, da Banken Investitionssicherheit verlangten.

In den Papieren des VDEW ist die Rede davon, "Kleinstanlagen einen Preis von Null Cent pro Kilowattstunde zu garantieren". Die Produzenten sollten zwar einen Bonus bekommen, der anfangs über der Vergütung durch das EEG läge, später aber sänke, so BEE-Geschäftsführer Milan Nitzschke. Anders als beim EEG würden dann die Konzerne festlegen, wie viel Bonus bezahlt wird.

Bischof sprach von einem reinen "Deckmantel der Erneuerbare Energien-Förderung", unter dem eigentlich nur Konkurrenten beseitigt werden sollten. In den vom VDEW als positiv herausgestellten Ländern sei der Ausbau erneuerbarer Energiern zurückgegangen. Dort seien quasi nur noch die Großkonzerne im Geschäft.

Vergleichbar sei dies auch mit dem Fall bei der Kraft-Wärme-Kopplung(KWK) dessen Ausbaustopp sehr ähnlich verlaufen sei. Interessanterweise ist in dem internen Papier des VDEW ausdrücklich die Rede davon, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um eine erneute Diskussion im KWK-Bereich zu verhindern.