Schriftsteller kritisieren zunehmende Zensur

Pressefreiheit

Die Zensur gegen Schriftsteller und Journalisten nimmt nach Einschätzung der Schriftstellervereinigung PEN Deutschland und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in vielen Ländern zu. Vor allem in Afrika gebe es immer mehr Verleumdungsklagen gegen Journalisten, die Korruption aufdeckten und demokratische Rechte einforderten, teilte das PEN-Zentrum Deutschland am Montag in Berlin mit. Auch Verleger und Buchhändler gingen durch ihre Arbeit oft ein großes Risiko ein.

Anlässlich des Tages des verfolgten Schriftstellers (Writers in Prison Day) am Dienstag solidarisierten sich Berliner Autoren mit inhaftierten und bedrohten Kollegen, sagte der Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland, Wilfried Schoeller. Am Dienstagabend werden im Haus der Kulturen der Welt in Berlin unter anderem Brigitte Burmeister, Gert Loschütz, Eva Menasse und Peter Schneider Texte von Autoren wie Imre Kertész, Oscar Wilde und Primo Levi lesen.

Bereits am Sonntag hatte das PEN-Zentrum Deutschland der kongolesischen Initiative "Journaliste en Danger" (JED) die Hermann Kesten-Medaille 2005 verliehen. Die Gruppe trete seit Jahren für die Menschenrechte verfolgter und inhaftierter Journalisten und Schriftsteller ein, hieß es in der Begründung. Die seit 1988 verliehene Auszeichnung ist mit 10.200 Euro dotiert.