Gericht bestätigt Verbot von Anti-Castor-Demo

Schüler bei Demo verletzt

Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat eine Klage von Atomkraftgegnern gegen das Demonstrationsverbot bei Atommüll-Transporten nach Gorleben abgewiesen. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hatte gegen eine entsprechende Allgemeinverfügung der Bezirksregierung Lüneburg geklagt. Mit zahlreichen Aktionen wollen Umweltschützer gegen den für Samstag erwarteten nächsten Castor-Transport protestieren. Bei der Schülerdemonstration am Freitag Vormittag sind nach Angaben der BI drei Schüler im Alter zwischen 12 und 14 durch Polizisten verletzt worden. Die BI warf der Polizei eine "überharte Reaktion" vor und forderte die Einsatzleitung auf, "keine offensichtlich ungeschulten und unbesonnenen Beamte auf Jugendliche loszulassen".

Bei der Schülerdemonstration am Freitag Vormittag sind nach Angaben der BI drei Schüler im Alter zwischen 12 und 14 durch Polizisten verletzt worden. Die BI warf der Polizei eine "überharte Reaktion" vor und forderte die Einsatzleitung auf, "keine offensichtlich ungeschulten und unbesonnenen Beamte auf Jugendliche loszulassen".

Nach Angaben der BI zogen rund 500 Schüler ab 9:30 Uhr protestierend durch die Lüchower Innenstadt zur Polizeikaserne. Von Anfang an sei die Demonstration "provozierend" von behelmter Polizei begleitet worden, kritisierte ein BI-Sprecher. Ausgerechnet eine Einheit aus Magdeburg, "die schon bei mehreren Castortransporten als extreme Knüppelgarde auffällig geworden ist", sei gegen die Jugendlichen eingesetzt" worden.

Ein 12jähriger Junge sei von einem Knüppel am Kopf getroffen worden, einem 13jährigen sei ins Gesicht geschlagen worden. Ein weiterer Jugendlicher habe eine Handverletzung erlitten. Zudem seien Schüler eingekesselt worden.

Unterdessen entschied das Verwaltungsgericht Lüneburg, das Versammlungsverbot innerhalb eines 50 Meter breiten Korridors jeweils links und rechts entlang der Transportstrecke sei rechtens (Az: 3 B 80/05), wie ein Gerichtssprecher am Freitag in Lüneburg mitteilte.

Mit einem Großaufgebot will die Polizei den Transport in das unweit des Gorlebener Salzstocks gelegene Zwischenlager begleiten. Die Zahl der eingesetzten Kräfte wird nach Polizeiangaben geringfügig über der des vergangenen Jahres liegen. Im November 2004 waren im Wendland mehr als 10.000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Vertreter von Anti-Atomkraft-Gruppen kündigten Proteste an. Bereits im Vorfeld erwartet die BI in der Region erneut rund 3000 Menschen. Geplant sind unter anderem eine Demonstration am Samstag in Hitzacker und eine Trecker-Sternfahrt nach Klein-Gusborn am Sonntag.