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GEW wendet sich gegen öffentliches Schulranking

Wettbewerb

Die Kultusminister sollen sich verbindlich gegen ein öffentliches Schulranking aussprechen, forderte Marianne Demmer von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) anlässlich einer Fachtagung der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin. "Internationale Erfahrungen" hätten gezeigt, dass Rankings zur "Verarmung der Lernkultur" führten. "Die Schüler werden nur noch auf die Tests gedrillt", selbst vor Betrug werde nicht zurückgeschreckt. "Wenn sich alles nur noch um das bestmögliche Abschneiden der Schule dreht, gerät die individuelle Förderung der Schüler in den Hintergrund", so Demmer. Einige Bundesländer seien "der irrigen Meinung, dass Wettbewerb und öffentlicher Druck quasi automatisch zur Qualitätsverbesserung führen".

Die GEW vermutet, dass es den Landesregierungen darum geht, "das Geld für zusätzliches pädagogisches Unterstützungspersonal und bessere Lehrerfortbildung" zu sparen.

Gegen "die regelmäßige Beobachtung (Monitoring) des deutschen Bildungswesens durch wissenschaftlich hochwertige internationale Vergleichsstudien wie PISA und IGLU (Grundschulstudie)" hat die GEW allerdings nichts einzuwenden. Auch eine kontinuierliche "Bildungsberichterstattung, die unabhängigen Experten als Grundlage für die Weiterentwicklung des Bildungswesens dienen könne", wird von der Gewerkschaft "unterstützt".

Die "Bundesländervergleiche" hätten in der Vergangenheit aber vor allem der "parteipolitischen Instrumentalisierung zu Wahlkampfzwecken und der teilweise höchst peinlichen Imagepflege von Kultusministern gedient", meint die GEW. Die Bundesländer seien "zu unterschiedlich, um sie sinnvoll miteinander zu vergleichen".

Demmer warnte "vor einer immer mehr um sich greifenden Testeritis". Sinnvoller als auf Tests und Vergleichsarbeiten zu setzen, seien Instrumente zur Selbstbewertung von Schulen, die die individuelle Förderung verbessern. Das Vorhaben der Kultusministerkonferenz, den Bundesländervergleich auch für zentrale Abschlussprüfungen zu nutzen, lehnt Demmer strikt ab. Vor einer Vermischung von Monitoring und Prüfung würden "alle Experten" warnen. Denn dann sei "teaching to the test" vorprogrammiert.

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