Lauterbach fordert neues Honorarsystem für Ärzte

Politik im Interesse des Rhön-Klinikums?

Das Aufsichtsratsmitglied des privaten gewinnorientierten Rhön-Klinikums, Professor Karl Lauterbach, zugleich SPD-Gesundheitsexperte, will das Honorarsystem für die niedergelassenen Ärzte ändern. "Ärzte müssen die gleichen Honorare für die Behandlung von gesetzlich und privat Versicherten erhalten", sagte Lauterbach den "Ruhr Nachrichten". Er kündigte einen entsprechenden Änderungsantrag zur Gesundheitsreform im Gesundheitsausschuss des Bundestages an.

"Das neue Honorarsystem für Ärzte muss einen Impuls zum Abbau der Zwei-Klassen-Medizin geben", sagte Lauterbach. Für Mediziner dürfe es nicht "lukrativer sein, sich um Trivialkrankheiten bei Privatpatienten zu kümmern, als schwere Fälle bei gesetzlich Versicherten zu behandeln". Zuschläge zum Honorar sollten allein für die Qualität der Behandlung, nicht aber nach dem Versicherungsstatus des Patienten gezahlt werden.

Die höheren Honorare für Privatpatienten führten bereits jetzt nicht nur zu längeren Wartezeiten bei den gesetzlich Versicherten, so der SPD-Abgeordnete und Rhön-Aufsichtsrat. Viele gesetzlich Versicherte hätten gar keinen Zugang zu Spezialisten, weil manche Ärzte sich aus Verdienstgründen nur um Privatpatienten kümmerten.

Die Einführung des neuen Honorarsystems mit festen Euro-Preisen für die Behandlung der gesetzlich Versicherten ist für das Jahr 2009 geplant. Es soll die Vergütung nach flexiblen Punktwerten ablösen. Für die Privatversicherungen sind jedoch Zuschläge vorgesehen.