Alleinerziehende schaffen laut Studie selten Absprung aus ALG II

Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Von den "Hartz IV"-Empfängern können sich einer Studie zufolge Paare ohne Kinder am schnellsten vom Arbeitslosengeld II (ALG II) wieder lösen. Alleinerziehende blieben dagegen am längsten von der staatlichen Unterstützung abhängig, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Montag in Nürnberg mitteilte. Grundlage der IAB-Studie waren die ALG-II-Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) für 2005. Der Ausstieg aus dem ALG-II-Bezug werde zudem umso schwieriger, je länger die Hilfsbedürftigkeit andauere.

So sei von den Paaren ohne Kinder, die noch nicht lange auf staatliche Unterstützung angewiesen seien, knapp die Hälfte innerhalb eines Jahres ununterbrochen bedürftig gewesen. Bei den Paaren mit Kindern und den Alleinstehenden sei etwas mehr als die Hälfte zwölf Monate ohne Unterbrechung auf die staatlichen Leistungen angewiesen geblieben. Demgegenüber bezogen laut IAB mehr als zwei Drittel der Alleinerziehenden "über ein Jahr durchgehend die Leistungen der Grundsicherung".

Insgesamt gehe die Zahl der ALG-II-Empfänger seit Mitte 2006 spürbar zurück. So erhielten dem IAB zufolge im Juni dieses Jahres noch 4,11 Millionen Bedarfsgemeinschaften ALG II. Für November 2006 wiesen die vorläufigen Zahlen der BA dagegen rund 3,6 Millionen Bedarfsgemeinschaften aus. Aufgrund von Nachmeldungen könnten zu den vorläufigen Zahlen allerdings noch bis zu fünf Prozent hinzukommen.