DGB verlangt höhere Renten und unterstützt Rüttgers

Es geht um Altersarmut ungeahnten Ausmaßes"

Die Gewerkschaften fordern eine Erhöhung des Rentenniveaus und unterstützten grundsätzlich die Rentenpläne von CDU-Vize Jürgen Rüttgers. In einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Eckpunktepapier fordert der DGB eine "Rente nach Mindesteinkommen", die "kleinere Renten nach mindestens 25 Versicherungsjahren über die Grundsicherung" anhebt. Die aus Steuern zu finanzierenden Kosten dafür würden bis 2025 auf maximal 6,5 Millarden Euro steigen.

"Wir benötigen eine Erhöhung des Rentenniveaus, das nicht so stark wie bereits beschlossen absinken darf. Dafür muss der Nachhaltigkeitsfaktor abgeschafft und die Aussetzung des Riesterfaktors verlängert werden", heißt es im Rentenpapier des DGB. Dadurch "würde der Beitragssatz um 1,2 Prozentpunkte, das Rentenniveau um drei Prozentpunkte steigen".

Selbständige, Beamte und Politiker sollten mit Übergangsregelungen in die Rentenversicherung einbezogen werden. Um flexiblere Übergänge in die Rente zu ermöglichen, lehnt der DGB nach wie vor die Rente mit 67 ab und verlangt die Fortsetzung der Altersteilzeit.

Die aktuelle Debatte über Rentenanpassungen, Altersteilzeit oder Mini-Renten verzettele sich im Detail, kritisierte das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Es gehe um Altersarmut "ungeahnten Ausmaßes", weil die Reformen von Rente und Arbeitsmarkt Jung und Alt zu Verlierern gemacht hätten.

Ferner wirkten sich der Niedriglohnsektor und die Langzeitarbeitslosigkeit als "tickende Zeitbombe für die Rente" aus. Angestrebt wird eine Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge, die möglichst flächendeckend verbreitet werden sollte.