"Medien hacken zu Unrecht auf Beck herum"

SPD-Fraktionsvize kritisiert Medienberichterstattung

Gerüchte über einen möglichen Amtsverzicht von SPD-Chef Kurt Beck sind nach Ansicht von SPD-Fraktionsvize Elke Ferner aufgebauscht. Ferner sagte am Mittwoch (25. Juni) im Saarländischen Rundfunk: "Es ist wie immer, es werden bestimmte Wortfetzen aus der Fraktion rausgetragen und aus dem Gesamtzusammenhang herausgerissen." Beck hatte am Dienstag die SPD-Fraktion zur Geschlossenheit aufgerufen. Nach Angaben von Teilnehmern sagte Beck: "Wenn ich Teil des Problems sein sollte, klebe ich an keinem Stuhl. Klar ist, ich will für diese Partei kämpfen und lasse mich nicht von außen wegpusten".

Die jetzt diskutierte Passage von Becks Rede sei an diejenigen gerichtet gewesen, "die bisher in Hintergrundgesprächen oder hinter vorgehaltener Hand Kritik geübt haben, aber öffentlich nicht dazu stehen wollten", sagte Ferner. Beck sei es darum gegangen, "noch einmal klar und deutlich zu sagen: Wer etwas zu beanstanden habe, der möge das dann hier und jetzt in der Fraktion tun." Da sich dazu niemand gemeldet habe, sei das Thema wohl "durch", sagte Ferner.

Die SPD-Politikerin rügte in dem Zusammenhang auch die Medien. Diese hätten, "egal was Kurt Beck an Positionen entwickelt hat, ständig auf ihm rumgehackt". Sie glaube, dass die veröffentlichte Meinung "nicht unbedingt" mit der in der Fraktion oder in der Partei übereinstimme.

Auch Ferners Amtskollege Joachim Poß geht nicht von einer Ablösung von Parteichef Beck aus. Im TV-Sender Phoenix sagte Poß: "Der Verlauf von Parteivorstandssitzung und Fraktionssitzung hat in der SPD allen Kritikern deutlich gemacht, dass wir mit Kurt Beck weiter vorangehen". Beck habe in den vergangenen Monaten zwar teilweise gravierende Fehler gemacht. Allerdings sei er gemobbt worden und die Kritik sei überzogen gewesen.