Schäden im Bergwerk Asse befeuern Debatte über Betreiber

Einsturz-Gefahr

Der drohende Einsturz einer Kammer im Atommülllager Asse hat einen heftigen politischen Streit ausgelöst. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) habe als Betreiber des Bergwerks seine Informationen über die Einsturzgefahr fast sechs Wochen lang zurückgehalten, kritisierte Die Linke im niedersächsischen Landtag. Der umweltpolitische Sprecher Kurt Herzog sagte am Freitag (16. Januar), von der versprochenen Transparenz des BfS sei "nichts zu spüren."

Das Bundesamt hat dies zurückgewiesen. Öffentlich hatte die Behörde erstmals am späten Mittwochabend im Internet darüber informiert, dass eine Kammer vom Einsturz bedroht sei.

Nach offiziellen Angaben lagern in dem betroffenen Hohlraum etwa 6000 Fässer mit schwach radioaktivem Atommüll. Die Grünen im niedersächsischen Landtag bezweifeln diese Darstellung. Die Kammer 4 sei von 1967 bis 1971 als erste mit bis dahin in der Bundesrepublik angefallenem Atommüll befüllt worden, sagte Fraktionschef Stefan Wenzel. "Es wäre interessant zu wissen, was damals tatsächlich eingelagert wurde", sagte er.

Grüne und Linke warnten davor, die beschädigte Kammer mit Beton zu befüllen. "Es ist jetzt wichtig, besonnen vorzugehen und bei den notwendigen Stabilisierungsmaßnahmen keine Fakten zu schaffen, die eine spätere Rückholung des Atommülls verhindern", sagte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl.

Der Linke-Politiker Herzog zeigte sich "skeptisch, ob das BfS angesichts der Einsturzgefahr nicht doch auf die Flutungspläne des abgelösten Asse-Betreibers Helmholtz-Zentrum zurückgreift". Das Bundesamt habe dieses Vorhaben zwar grundsätzlich aufgegeben, als Rettungsmaßnahme für den Notfall aber ausdrücklich nicht ausgeschlossen.