Viagra der Medienwelt - Testosteron

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Michaela Röder über Viagra und Testosteron In der letzten Woche konnte man in der Medienwelt sehr schön beobachten, wie eine ordentliche Portion Testosteron für eine gelungene PR-Aktion herhalten kann. Sehen wir uns doch mal den Oskar Lafontaine und seine Sarah Wagenknecht an. Sein Testosteron hat dafür gesorgt, dass er seine jüngere Neue endlich seinen Parteifreunden vorstellen will und weil er ja nicht dumm ist, tut er dies medienwirksam auf dem Parteitag der Linken. Wie viel Berichterstattung hätte er wohl ohne seine Neue für seinen Parteitag bekommen? Wahrscheinlich eine kleine Anmerkung in den Kurzmeldungen. Für sie war der Schritt auch nicht der Schlechteste, denn sie ist ja nicht grad eine aus der Kategorie: schillernde Persönlichkeit.

Nächstes Beispiel: Heino, der alte Fuchs. Der konnte nun keine Geliebte aus dem Hut zaubern, das wäre auch nicht wirklich gut gewesen, für sein Image. Schließlich gehört die getreue Hannelore einfach dazu. Nein, der Heino schwingt sich auf, echter ein Held zu sein und schickt kurzerhand seinen Bambi zurück. Angeblich wegen dem Bushido. War er nicht vielleicht eher ein wenig in seinem alternden Ego gekränkt, dass sich keiner mehr daran erinnerte, dass er vor gefühlt 100 Jahren auch den Bambi bekommen hat? Danke liebes Testosteron für diese gelungene PR-Idee. Denn nun ist die Nation daran erinnert, dass er auch einmal stolzer Bambi-Preisträger war und da ist es ja auch jetzt egal, dass das goldene Tierchen nicht mehr in seinem Schrank rumsteht.

Zu guter Letzt, haben Bushido, ein eher kommerzieller Rapper mit recht unoriginellen Texten, der eine Zeit lang eindeutig zu viel Testosteron herumgeschleudert hat und die Bambistiftung einen gelungenen Pakt geschlossen. Kam der Bambi langsam in die Jahre, hat er nun dank Bushido ein bisschen was Ordinäres, was ja manchmal durchaus sexy wirken kann, als neuen Glanz der goldenen Zeit auferlegt bekommen. Ich stelle fest: Testosteron ist das neue Viagra der Medienwelt.

Michaela Röder