Bahn-Gewerkschaft

TRANSNET kündigt wegen Überstunden Teile von Bahn-Tarifvertrag

Die Bahngewerkschaft TRANSNET hat den Arbeitszeit-Tarifvertrag für 160 000 Angestellte von den derzeit 214 000 Beschäftigten der Deutschen Bahn AG teilweise zum 31. März gekündigt. Die Gewerkschaft will erreichen, dass fast 14 Millionen aufgelaufene Überstunden bei der Bahn kurzfristig abgebaut werden. TRANSNET-Vorsitzender Norbert Hansen kündigte in Hamburg Gespräche mit dem Bahnvorstand an. Sollten die Verhandlungen aber zu keinem Ergebnis führen, müsse mit Arbeitskampfmaßnahmen gerechnet werden, fügte Hansen hinzu. 14 Millionen Überstunden entsprechen rund 7000 Vollzeit-Arbeitsplätzen, rechnete er vor. Ein Unternehmen, das sich Service und Sicherheit auf die Fahne schreibe, könne den Beschäftigten nicht unbegrenzt Überstunden zumuten, betonte Hansen. Die Gewerkschaft stelle sich neue Modelle auf 35-Stunden-Basis vor.

Gekündigt worden seien nur solche Teile des Tarifvertrags, die sich günstig für den Arbeitgeber auswirken, hob Hansen hervor. Dies betreffe vor allem Ruhezeiten und Pausengestaltung. Alle Teile, die Vorteile für Arbeitnehmer bedeuten, gelten nach seinen Worten unverändert fort. Es gebe verschiedene Mitarbeiter, die regelmäßig in einer 60-Stunden-Woche arbeiteten. Einzelne Mitarbeiter hätten bis zu 200 Tage aus angesammelten Überstunden abzufeiern.

Seit der Zusammenlegung von Bundesbahn und Reichsbahn wurden nach TRANSNET-Angaben 300 000 der ehemals 500 000 Stellen abgebaut. 170 000 davon fielen seit Überführung des ehemaligen Staatsunternehmens in die Deutsche Bahn AG 1994 weg. Der geltende Jahresarbeitszeit-Tarifvertrag wurde 1998 geschlossen. Er gilt für 160 000 Angestellte von insgesamt 200 000 Beschäftigten. Die übrigen Bahn-Mitarbeiter sind Beamte. Der Vertrag sieht für durchschnittlich Beschäftigte 1984 Arbeitsstunden im Jahr vor und räumt dem Arbeitgeber eine gewisse Flexibilität bei der Einsatzplanung ein.

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