Modellversuch

Patientenquittungen machen Arzt-Abrechnungen nachvollziehbar

Im rheinhessischen Wendelsheim ist die erste so genannte Patientenquittung ausgestellt worden. Das regionale Modellprojekt soll den Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung mehr Einblick in die vom Arzt erbrachten Leistungen geben. Das offenere Abrechnungsverfahren sorge für mehr Transparenz, sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer am Dienstag in Mainz. Zudem fördere die Information über ärztliche Leistungen das Kostenbewusstsein der Patienten.

Die Ministerin betonte, gesetzlich versicherte Patienten hätten bislang kaum die Möglichkeit, Aufschluss über die vom Arzt erbrachten Leistungen und das dafür berechnete Honorar zu bekommen. Der Arzt rechnet bisher direkt über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mit der Krankenkasse ab, ohne dass der Patient in dieses Verfahren einbezogen ist. Wiederholt wurden Betrügereien in großem Stil aufgedeckt.

Die Patientenquittung gibt Auskunft über die vom Arzt erbrachte Behandlung und die voraussichtliche Vergütung des Mediziners. Alle Leistungen und das dafür veranschlagte Honorar werden detailliert aufgelistet.

Die an dem Regionalmodell beteiligten Ärzte sind in zwei Gruppen unterteilt: 63 verschicken die Leistungs- und Kosteninformation am Ende eines Quartals an die Patienten ("Quartalsquittung"), in 32 Praxen bekommt jeder Patient die Quittung gleich beim Besuch mit ("tagesgleiche Quittung").

Das Modell wird wissenschaftlich ausgewertet. Davon erhoffen sich die Krankenkassen, die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium Hinweise auf die Praktikabilität und die Akzeptanz bei den Versicherten. Untersucht wird auch, welche Auswirkungen die Patientenquittung auf die Einstellung und das Handeln von Ärzten und Patienten hat. Sollten die Ergebnisse positiv ausfallen, könnte das Modell bundesweit ausgedehnt werden.

Für die Ausstellung einer "Quartalsquittung" bekommen Ärzte 2,25 Euro einschließlich der Portokosten, für die "Tagesquittung" 1,50 Euro. Insgesamt stehen für die einjährige Laufzeit des Projektes etwa 770 000 Euro zur Verfügung. Den größten Teil der Kosten tragen die Gesetzlichen Krankenkassen.

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