Vertrauen schaffen am 3. Oktober

Muslime verlangen sensibleres Vorgehen der Polizei

Die Muslime beklagen ein unsensibles Vorgehen der Sicherheitsbehörden gegen islamische Gruppen in Deutschland. "Unsere Moscheen werden auf der Basis von vagen Hinweisen leichtfertig durchsucht und hemmungslos entwürdigt", kritisierte Naadem Elyas, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime, am Montag in Berlin. Den Verantwortlichen fehle oft jede Sensibilität für die Gefühle der Muslime.

Elyas räumte ein, dass der Rechtsstaat "gegen verfassungsfeindliche Gedanken und Aktionen wehrhaft" sein müsse. Er fügte hinzu: "Aber wir mahnen zur Besonnenheit und Bewahrung der Verhältnismäßigkeit, um das Vertrauen der Muslime in den deutschen Staat nicht zu erschüttern." Als Negativbeispiel nannte Elyas das Vorgehen der Polizei in der Al-Nur-Moschee in Hamburg. Nach einem Hinweis auf einen gesuchten Ägypter hätten dort 238 Polizeibeamte mit Maschinengewehren das Gotteshaus gestürmt und dabei grundlos fünf Türen zerstört und die Gebetsräume mit Stiefeln betreten.

"Die Ausbeute waren acht Personen mit abgelaufener Aufenthaltserlaubnis", sagte der Zentralratsvorsitzende. Ein Staatsrat der Schill-Partei habe dazu gesagt, es gehe darum, Präsenz zu zeigen und den Hamburgern das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Um für Verständnis für Muslime und den Islam zu werben, veranstaltet der Zentralrat der Muslime am 3. Oktober zum sechsten Mal in Deutschland den "Tag der offenen Moschee". Am Tag der Deutschen Einheit solle die Verbundenheit der Muslime mit der Gesamtbevölkerung zum Ausdruck gebracht werden, sagte Elyas. Geplant sind Führungen durch Moscheen, Podiumsdiskussionen und Ausstellungen.

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