Landwirtschaft im Krieg
Im Irak wird die Ernte knapp
Die Bauern im Irak benötigten Samen, Düngemittel, Pestizide, Landwirtschaftsmaschinen, Treibstoff, Ersatzteile und andere Materialien, um das Land effektiv zu bebauen, die Winterernte einzubringen und für die kommende Saison neu zu säen. Darüber hinaus würden dringend Tierfutter, Vakzine für Nutztiere sowie veterinärmedizinische Präparate benötigt. Die größte Sorge der FAO ist aber die Ernte des Winterweizens und der Gerste, die Ende April beginnen und die zwischen 1,5 und 1,7 Millionen Tonnen Korn bringen solle. "Wenn diese Ernte nicht eingefahren ist, würde sich die Nahrungssituation im Land extrem zuspitzen", meint Laurent Thomas, FAO-Experte für Special Emergency-Programmes. "Wir setzen alles daran, dass das Getreide geerntet werden kann", so Thomas. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sei von dieser Ernte abhängig.
Doch damit scheint die Gefahr einer drohenden Hungersnot noch nicht gebannt, denn die Bauern sollten nach der April-Ernte die neue Saat ausbringen. Dazu zähle der Anbau von Gemüse, Mais und Reis. Mit der 86-Millionen-Dollar-Hilfe soll zumindest die Ernte und der Anbau sowie die Sicherstellung der lebenswichtigen Versorgung mit Wasser und die eigene Lebensmittelproduktion ermöglicht werden. Die FAO warnt davor, dass eine Unterbrechung der Wasserversorgung sowohl für den menschlichen Bereich als auch zur Bewässerung schwerwiegende Folgen für die Menschen im Land habe. Die Wasserversorgung habe weiterhin oberste Priorität, so die FAO. Dazu zähle auch die Einrichtung von Pumpstationen, die Instandhaltung und Reparatur von Wasserleitungen.
Knapp zehn Millionen Dollar des Hilfsbudgets würden für die fast 4.000 Hühnerfarmen im Land aufgewendet. Diese lebensnotwendige Versorgung mit tierischen Proteinen sei ein wesentlicher Faktor zur gesunden Ernährung. Vor Ausbruch des Krieges hätte der Irak bis zu 155.000 Tonnen Hühnerfleisch und zwei Milliarden. Eier jährlich produziert. Das Fehlen von veterinärmedizinischen Einrichtungen und Medikamenten könnte die Geflügelindustrie in den Ruin treiben. Die FAO warnt darüber hinaus davor, dass mangelnde veterinärmedizinsche Versorgung zum Ausbruch von Maul- und Klauenseuche unter den 1,5 Millionen Stück Rindern und 18 Millionen Schafen und Ziegen führen könnte.
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Am 04. Apr. 2003 unter:
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« Mehr Geld für Suchtbekämpfung gefordert
Schweinehaltung nicht artgerecht »
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