Flüchtlingsdrama in Darfur

Fischer versucht Druck auf sudanesische Regierung ausüben

Die Deutsche Welthungerhilfe forderte Außenminister Fischer anlässlich seines Besuchs in der Hauptstadt Khartum dazu auf, Druck auf die sudanesische Regierung auszuüben. "Die Janjaweed-Milizen müssen entwaffnet werden, damit die Bevölkerung wieder in Ruhe leben kann", sagte Hans-Joachim Preuss, Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, in Bonn. Gleichzeitig müsse sich die Afrikanische Union verstärkt engagieren, um langfristig Stabilität in der Region zu erreichen, damit die Flüchtlinge aus dem Westsudan wieder heimkehren können.

Mitarbeiter der Hilfsorganisation in Darfur berichten von abgebrannten Häusern und ausgemergelten Flüchtlingen, die mehrtägige Märsche zurücklegen mussten. "Schon jetzt verpasst ein großer Teil der Bevölkerung durch die unsichere Lage die erste Regenzeit, um Lebensmittel anbauen zu können", sagte Preuss. "Wenn nichts geschieht, wird die Bevölkerung auf lange Sicht am Tropf der internationalen Gemeinschaft hängen."

Seit Ende Mai hat die Deutsche Welthungerhilfe in Kooperation mit dem Welternährungsprogramm in der Region Kutum bereits 3.500 von 14.000 Tonnen Nahrungsmitteln - vor allem Weizen, Bohnen und Speiseöl - an rund 72.000 Flüchtlinge verteilt. Außerdem sind rund 100 Tonnen Saatgut und 8000 Werkzeuge ausgegeben worden, um die Felder noch vor der Regenzeit bestellen zu können. Die Hilfsorganisation ist seit 1998 im Sudan tätig und unterstützt Projekte in der Land- und Viehwirtschaft sowie bei der Konfliktbearbeitung.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!