Klimaziel verfehlt

Zahlenpfusch - CO2-Ausstoß der Industrie weggelassen

Die Landesregierung Baden-Württemberg reduziert das Klimaschutzziel statt Kohlendioxid. Das Land habe sein Ziel "nur" 77 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid an die Atmosphäre abzugeben um fünf Prozent überschritten, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) über veröffentlichte Daten zum Ausstoß von Treibhausgasen. Anstatt Alarm zu schlagen sei in der Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes das Landesziel kurzerhand umgeschrieben worden. Um den Fehler zu verdecken, habe das Statistische Landesamt die CO2-Emmissionen der Industrie weggelassen. "Die Landesregierung kaschiert ihr Versagen im Klimaschutz durch unseriöse Zahlenspielereien", kritisiert Brigitte Dahlbender, die Vorsitzende des BUND Baden-Württemberg.

Anstelle der Minderungsziele für den gesamten CO2-Ausstoß des Landes würde nun nur noch die "energiebedingten CO2-Emissionen" bis 2005 auf unter 70 Millionen verringert werden; beziehungsweise bis 2010 auf unter 65 Millionen Tonnen CO2 verringert werden.

"Rund 2,2 Millionen Tonnen CO2 fallen somit einfach unter den Tisch", kritisiert Dahlbender. Während die "energiebedingten Emissionen" nur Kohlenstoffdioxid aus der Strom- und Wärmeproduktion und Verkehr stammenden CO2 meine, umfassten die "Gesamtemissionen" zusätzlich auch CO2 freisetzende Industrieprozesse.

"Es ist schon schlimm genug, dass die Landesregierung keine aktive Klimaschutzpolitik betreibt. Wenn dann die ohnehin zu niedrigen Anforderungen durch statistische Taschenspielertricks noch weiter gesenkt werden sollen, ist dies nur noch peinlich", so Dahlbender.

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