"Vorurteilsfrei die Dinge aufklären"

Atomindustrie ist nach AKW-Pannen besorgt um Image

Die deutsche Atomindustrie sorgt sich wegen des Umgangs des Energiekonzerns Vattenfall mit den Pannen in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel um ihr Image. Der Eindruck, der durch die Informationspolitik in der Öffentlichkeit hervorgerufen worden sei, "ist verheerend", sagte der Präsident des Deutschen Atomforums, Walter Hohlefelder, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Dadurch habe die Kernenergie in Deutschland einen starken Rückschlag erlitten. Das Mitglied im Vorstand von E.On-Energie sagte aber auch: "Wegen verfehlter Öffentlichkeitsarbeit legt man keine Anlage still, sie ist auch kein Grund für ein Festhalten am Ausstieg aus der Kernenergie."

Hohlefelder sagte, er wolle sich nicht darüber beklagen, dass die Zwischenfälle politisch ausgenutzt würden. "Für die Opferrolle in einer Kampagne eignen sich große Stromunternehmen nicht." Allerdings dürfe man von den zuständigen Politikern erwarten, "dass sie nüchtern und vor allem vorurteilsfrei die Dinge aufklären".

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will vor dem Hintergrund der Pannenserie nach der Sommerpause mit allen Reaktorenbetreibern in Deutschland Gespräche führen. Dabei gehe es vor allem darum, die Restlaufzeiten auf moderne Anlagen zu übertragen, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Die jetzigen Vorfälle seien nur ein Beweis dafür, dass man von diesen Gefährdungsreaktoren weg müsse.

Schleswig-Holsteins für Reaktorsicherheit zuständige Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) sagte auf N24, "wir haben es hier mit einer hoch riskanten Technologie zu tun und wissen aus den Erfahrungen der vergangenen 30 Jahre, dass es immer wieder zu schweren Zwischenfällen, zu Störfällen kommt". Diese seien auf technische Fehler sowie auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. "Von Sicherheit kann keine Rede sein."

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