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AKW Hinkley Point C wird immer teurer

Infobrief 17/13

Die Kosten des AKW Hinkley Point C explodierenSeit Monaten laufen die Verhandlungen zwischen dem französischen Energieversorger EDF und der Britischen Regierung über den Einspeisepreis für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C. EDF fordert von der britischen Regierung einen festen Abnahmepreis für den Strom aus dem AKW von 9,5 bis 9,9 Pence pro Kilowattstunde, was etwa 11 Eurocent entsprechen würde und das alles über einen Zeitraum von 35 Jahren. Zwar haben sich die Briten und die Franzosen noch nicht auf die Höhe des sogenannten Strike Price geeinigt, aber nun gab es eine Vereinbarung, einen beschlossenen Strike Price an die Inflation zu koppeln. Eine Koppelung an die Inflation führt aber zu massiven Mehrkosten. Bei einem Strike Price von 11 Cent pro Kilowattstunde würden die beiden Blöcke etwa 100 Milliarden Euro über die 35 Jahre bekommen. Bei einer durchschnittlichen Inflation von 2 Prozent pro Jahr wären das aber schon 167 Milliarden Euro.

Während Bundesumweltminister Altmaier immer wieder die eine Billionen Euro Kosten für die Energiewende ins Spiel, eine Zahl, die erstens zu hoch angesetzt ist und zweitens die positiven volkswirtschaftlichen Effekte, wie die vermiedenen Externen Kosten und vermiedenen Importkosten für die Energierohstoffe außer acht lässt, ließen sich mit einer Billionen Euro nur 12 Reaktoren finanzieren. Zwölf Blöcke würden in Deutschland aber gerade einmal 25 Prozent der Stromversorgung decken, im Gegensatz zu den mindestens 80 Prozent Erneuerbare Energien, von denen Altmaier ausgeht. Dabei wären dann nicht einmal die Kosten für die Endlagerung des Atommülls und den Rückbau der Atomkraftwerke enthalten.

Hier zeigt sich wieder einmal, wie wahnwitzig teuer neue Atomkraftwerke sind und dass auch die Briten ihr Geld viel effizienter in Erneuerbare Energien investieren könnten. Vor allem zeigt sich aber auch, dass die Kostendebatte, wie sie von der Bundesregierung und einigen Wirtschaftsverbänden zu tiefst verlogen ist.

Biosphärenreservat Rhön wird ausgeweitet

Das Biosphärenreservats Rhön, eines der bedeutendsten Bundesländer übergreifenden Naturschutzprojekte, gelegen auch in meinem Wahlkreis, wird um 3500 Hektar erweitert. Das ist der größte Zugewinn an Naturschutzfläche in Deutschland seit vielen Jahren. Auch die Kernzone konnte deutlich erweitert werden. Die Rhön steht kurz vor einer Neubewertung durch die UNESCO, die Erweiterung der Gesamtfläche und der Kernzone sind dafür von großer Bedeutung.

Auch der Klimaschutz gewinnt durch die Ausweitung, da nun noch mehr Kohlendioxid in den vergrößerten Naturschutzgebieten gebunden werden kann. Gleichzeitig sollte die bayerische Staatsregierung sich aber auch für eine nachhaltige Wirtschaft in der Region einsetzen und die Blockade bei der Windenergie aufgeben, damit auch nachhaltige Klimaschutztechnologien wie die Windkraft zur Einkommenssteigerung der Bevölkerung beitragen können. Die Rhön hat zwar eines der größten Windpotentiale von allen deutschen Mittelgebirgen, weil auf ihren Höhen Windgeschwindigkeiten wie an der norddeutschen Küste herrschen. Doch durch die Genehmigungsblockaden der bayerischen Staatsregierung gibt es bis heute kein einziges großes Windrad in der Rhön – und das obwohl einige Gemeinden in der Rhön längst sich einstimmig für konkrete Flächen für die Windkraftnutzung ausgesprochen haben.

In einem Festakt hat die bayerische Staatsregierung diese Erweiterung nun gefeiert. Allerdings feierte die CSU sich mehr selbst, als das Projekt. Anstatt die für den Naturschutz und das Biosphärenreservat aktiven Menschen aus der Zivilgesellschaft, wie zum Beispiel die Vertreter des Bund Naturschutz, auszuzeichnen, wurden wieder einmal ausschließlich CSU-Mandatsträger geehrt.

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