BUND fordert schnelle Sicherung des Atomendlagers nach Einsturz

Morsleben

Nach dem Einsturz eines Stollens im Atomendlager Morsleben in Sachsen-Anhalt fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) schnelle Initiativen zur Sicherung der Anlage. "Der Grubeneinbruch sollte auch dem verschlafensten Verwaltungsbeamten vor Augen geführt haben, dass mit Aussitzen allein dem Risiko nicht zu begegnen ist", kritisierte BUND-Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf am Dienstag in Magdeburg. Nach seiner Ansicht sind nicht nur vorzeitige Sicherungen an der Einbruchstelle nötig. Auch die Stillegung müsse schneller vorangetrieben werden.

Ein Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) sagte, dass derzeit Spezialisten der Strahlenschutzbehörde und des Bergamtes Staßfurt vor Ort seien, um erste Untersuchungen vorzunehmen. Am Montag war bekannt geworden, dass in der vergangenen Woche im Atomendlager ein tonnenschwerer Salzbrocken von der Decke gestürzt war. An der betroffenen Stelle war laut BfS kein Atommüll gelagert. Es gab keine Verletzten.

Wegen möglicher Einsturzgefahren waren in der Vergangenheit bereits Hohlräume in Morsleben verfüllt worden. Von November 2000 bis April dieses Jahres wurden im Südfeld Tausende Tonnen Salzgrus unter Tage in zwei Kammern geschüttet, um ein Herabstürzen der Decke auf den Atommüll zu verhindert. In Morsleben lagern rund 37.000 Kubikmeter mittel- und schwachradioaktive Abfälle.