Deregulierung bringt Senkung

Neue Studie für den Strommarkt

Deregulierung auf dem Strommarkt ist ein deutlicher Faktor bei Preissenkungen. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des European Energy Markets Deregulation Observatory von Cap Gemini Ernst & Young (CGEY). Demnach sind im vorigen Jahr die Strompreise in den beiden am weitesten deregulierten europäischen Märkten Schweden und Großbritannien um 18 bzw. um zwölf Prozent gesunken. Demgegenüber stiegen die Preise in einem weiterhin stark regulierten Markt wie Irland um deutliche 18 Prozent.

In den kontinuierlich wiederholten Studien beobachtet die European Energy Markets Deregulation Observatory die mittel- bis langfristige Entwicklung der europäischen Strompreise ab 1996. Der Preiserhebung wurde der Bedarf eines Klein- bzw. Mittelunternehmes von rund zwei Mio. Kilowatt/Stunden zugrunde gelegt. Spätestens 2004 werden diese Unternehmen laut einer Entscheidung des EU-Gipfels von Barcelona über ihre Energielieferanten frei entscheiden können.

"Der Preisverfall kann nicht in allen Fällen auf die Deregulierungsbemühungen zurückgeführt werden", sagte Bernd Wöllner, Energieexperte bei CGEY. "Auch andere Faktoren wie Angebot und Nachfrage, Rohstoffpreise oder Transport- und Durchleitungskosten spielen eine Rolle." Die Studie zeige aber, so Wöllner, dass die Deregulierung Preissenkungen deutlich beeinflusse. Laut Studie seien die Preise in Deutschland im Vorjahr auch aufgrund von Überkapazitäten um rund 25 Prozent gesunken. Sie bleiben jedoch europaweit im Spitzenfeld. Auch in Frankreich sanken die Preise um über zehn Prozent, obwohl dort die Regulierung noch nicht weit fortgeschritten ist. "Dort werfen aber der Einfluss der Regierung und der Wille, den Markt zu entflechten, ihre Schatten voraus", so Wöllner.